Bürgermeister der Anrainergemeinden ernüchtert in Arbeitssitzung zur IG Edersee

Wasserspiegel sinkt dramatisch

Bad Wildungen/Edersee - Mitten im Hochsommer sinkt der Wasserspiegel des Edersees Tag für Tag dramatisch. Ernüchtert zeigten sich Bürgermeister aus der Region bei einem weiteren Arbeitsgespräch zur geplanten Interessengemeinschaft Edersee.

Rund 200 Millionen Kubikmeter Wasser fasst der Edersee. Derzeit fließen täglich fast zwei Millionen Kubikmeter ab, um die Schifffahrt auf der Weser zu unterstützen. Während der extremen Trockenheit fehlen nennenswerte Zuflüsse. Bereits vor vier Wochen wurde der Weser-Pegel von 1,20 auf 1,15 Meter gesenkt. Trotzdem waren Donnerstag nur noch 88,5 Millionen Kubikmeter Wasser im Edersee. Fallen weiterhin keine Niederschläge, rechnet das Wasser- und Schifffahrtsamt in Hannoversch Münden schon Ende August mit nur noch 40 Millionen Kubikmetern Wasser im See. „Wir müssen mit Erstaunen feststellen, aus welchen Gründen auch immer, dass ein massives Ablassen von Wasser aus dem Edersee erfolgt“, zog Bürgermeister Volker Zimmermann ein Fazit des jüngsten Treffens zur Situation am Edersee. Obwohl der See im Frühjahr voll war, tauche bereits das Edersee-Atlantis aus den Fluten auf. Obwohl die Firma Richter gar nicht produziere, für die immer Wellen abgelassen werden, schrumpfe der See von Tag zu Tag. Zimmermann: „Ich vermute: Entweder soll die Kalilauge verdünnt werden oder es geht um die touristische Schifffahrt auf der Weser.“ An dem Arbeitsgespräch nahmen die Bürgermeister aus Bad Wildungen, Vöhl, Edertal, Waldeck, Fritzlar und eine Vertreterin der Gemeinde Diemelsee teil. Ziel der gemeinsamen Gespräche ist es, den Interessen an Eder- und Diemelsee mehr Gewicht zu verleihen.Über die Situation am Edersee zeigten sich die Anwesenden in der Sitzung mehr als enttäuscht. „Es nützt gar nichts, Staatssekretäre und andere Politiker an den See zu holen“, stellt Bürgermeister Zimmermann gegenüber der WLZ-FZ ernüchternd fest. Man prüfe derzeit Aspekte, die in den bisherigen Diskussionen keine Rolle spielten. Im September erwartet der Bad Wildunger Bürgermeister dazu Ergebnisse. Von Conny Höhne

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