Bei drei Gegenstimmen von den Freien Wählern

Weg für Hotelprojekt auf Wildunger Kurhaus-Gelände ist frei

Auch Perspektiven wie diese sind es, die vielen Wildungern den Abschied vom Kurhaus schwer machen. Fotos: Archiv

Bad Wildungen. Der Investor fürs Kurhausgelände hat sich Montagabend den Parlamentariern in der Wandelhalle vorgestellt: das Aschaffenburger Immobilienunternehmen „eyemaxx“.

Nach dem detaillierten Vortrag des Geschäftsführers Projektentwicklung, Klaus Herrmann, gab es keine Fragen aus Reihen der Stadtverordneten.

Nach intensiver Diskussion, derer sich die CDU allerdings enthielt, öffnete das Parlament den Hotelplanern sperrangelweit die Tür: durch eine Änderung des Bebauungsplanes für das Kurhausareal, auf dem nun der Bau eines Hotels und von Wohnanlagen erlaubt ist. Einzig die drei anwesenden Abgeordneten der Freien Wähler stimmten dagegen. Kira Hauser als viertes Fraktionsmitglied fehlte.

Gleiches galt geschlossen für die Fraktion „Wir für Wildungen“. Regina Preysing als Abgeordnete der Linken nahm nicht an der Sitzung teil und auch die Fraktionen von SPD, CDU und Grünen waren unvollständig.

Auf FWG-Antrag in namentlicher Abstimmung – einzeln von Stadtverordnetenvorsteher Dr. Edgar Schmal gefragt – votierten so am Ende 24 Abgeordnete für die Änderung des Bebauungsplanes. Niemand enthielt sich.

Mit ihrer Abstimmung verwarfen die Fraktionen zugleich die Einwände und Anregungen von Behörden oder namhaften Bürgern im Beteiligungsverfahren. So hatte das Denkmalpflegeamt ein Verschieben der vorgesehenen Baugrenze (10 Meter von der Straße) nach hinten vorgeschlagen. Weil der Platanenbestand hinter dem Kurhaus dann gefährdet wäre, und aus Statik-Gründen mit Blick auf den Erhalt des Parkhauses lehnte das Parlament ab.

Wildunger Kurhaus ist kein Kulturdenkmal

Es wies die Einwände von Werner A. Friedrich und Fritz-R. Lohrmann zurück, die den Erhalt des Kurhauses aus stadtgestalterischen, denkmalpflegerischen und architektonischen Gründen fordern. Das Landesamt für Denkmalpflege habe den Komplex jedoch nach einer Begehung im August 2017 nicht als Kulturdenkmal bewertet. Mit Blick auf das Umfeld seien außerdem größere Baumassen an diesem Standort vertretbar, heißt es in der Begründung zur Ablehnung.

Dr. Klaus Hessbrüggen wollte den Grünzug erhalten wissen, doch das Parlament verweist auf bestehende Parkanlagen im Umfeld. Gotthelf Eisenberg erinnerte an die hochkarätigen Kulturveranstaltungen, die das Kurhaus ermöglicht habe und betrachtet es zugleich als Ersatz fürs abgerissene Bürgerhaus. Das Parlament sieht aber ein größeres Interesse darin, durch das Hotel den Kur- und Tourismusstandort Bad Wildungen zu entwickeln. Bernd Gehring erhob Bedenken hinsichtlich der Stadtbildqualität, der Art der Nutzung und der öffentlichen Grünfläche. Das Parlament erkennt, anders als er, im Hotelprojekt aber keinen „Bedeutungsverlust des Areals“.

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