Wildunger Feuerwehr und Forstamt Vöhl erstellen digitale Waldbrandkarte

Wegweiser zu Feuer und Wasser im Wald

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Bad Wildungen - Australien, Griechenland; welche verheerenden Ausmaße Waldbrände annehmen können, war in Fernsehbildern aus diesen Ländern im Vorjahr zu sehen. Die Wildunger Forstreviere blieben in den letzten Jahren von größeren Feuern verschont, aber Vorsicht ist die Mutter des Brandschutzes.

Deshalb wollen das Forstamt Vöhl und die Wildunger Feuerwehr gemeinsam die Chancen auf einen erfolgreichen Kampf gegen etwaige Flammen erhöhen. Zum Ende des Monats soll zu diesem Zweck eine neue digitale Waldbrandkarte vorliegen.

Der mit ihr verknüpfte Anspruch: rasche Orientierung ermöglichen; die sicherste und kürzestmögliche Zufahrt für die Löschfahrzeuge angeben; Wasser-Reservoirs in der Nähe des Brandortes aufzeigen.

„Wir greifen dafür zum großen Teil auf vorhandene Daten zurück“, erklärt Martin-Christian Franke, beim Vöhler Forstamt zuständig für das Projekt. So existiert seit 2011 ein hessenweiter Atlas mit Rettungspunkten im Wald. Er erleichtert es Sanitätern und Notärzten, auch jenseits der Städte und Dörfer Kranken und Verletzten so schnell wie möglich zu helfen.

Die Rettungspunkte sind ebenso Teil der neuen Waldbrandkarte wie bestehende Orientierungshilfen für Fuhrunternehmen, die im Wald Holz ernten und abfahren.

Für die großen, schweren Fahrzeuge der Holzwirtschaft haben die Förster überdies die Tragfähigkeit von Brückenbauwerken notiert, Wendeplätze oder Sackgassen markiert - wertvolle Daten auch für die Fahrer von Löschzügen.

Wasserleitungen im Wald

Speziell für die Waldbrandkarte muss allerdings die Übersicht über Wasser-Entnahmestellen angefertigt werden. Feuerwehrleute und Förster tauschten dazu im Wildunger Stützpunkt ihre Kenntnisse aus. Die Forstleute waren sich beispielsweise nicht darüber bewusst, dass die Brandschützer etwa über transportable Bachsperren verfügen, mit deren Hilfe sie kleinere Fließgewässer aufstauen können.

Die Wildunger Förster wiederum wissen von Trinkwasserleitungen mitten im Wald, die im Ernstfall über Hydranten Löschwasser liefern können: Die Rohre wurden einst verlegt, um die Quellenhäuschen im Stadtwald zu versorgen.

Trotz der Karte nimmt wie bisher der zuständige Revierleiter die Feuerwehr im Einsatzfall im Wald in Empfang. „Er weiß, wo eventuell Bäume im Holzeinschlag einen Weg versperren“, erklärt Franke.

Stadtbrandinspektor Ralf Blümer hofft dessen ungeachtet, dass es bei allenfalls begrenzten Einsätzen bleibt, wenn die trockene Zeit im April/Mai startet. „In den vergangenen Jahren hatten wir ausschließlich mit Bodenfeuern zu tun, die zumeist auf Brandstiftung zurückgingen.“

Bad Wildungen steht mit der neuen Karte nicht alleine da. Hessen-Forst hat die Initiative landesweit gestartet, berichtet der Vöhler Forstamtsleiter Dr. Gero Hütte-von Essen.

Hintergrund

Wer ein Feuer im Wald entdeckt, steht oft vor dem Problem zu beschreiben, wo genau der Brand zu finden ist. Eine gewisse Orientierung geben die Rettungspunkte,?die in unregelmäßigen Abständen an Parkplätzen und öffentlichen Wegen stehen, die für Rettungsfahrzeuge erreichbar sind.

Markiert sind die Punkte durch etwa ?DIN-A3-große Tafeln mit weißem Kreuz auf grünem Grund. Als weitere Aufschrift tragen sie in einem kleinen weißen Feld mit schwarzer Schrift eine Buchstaben- und Zahlenkombination, die man bei der Meldung eines Notfalls unter 112 angibt.(su)

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