Nierenkranke Ajshe Beqiri bangt Petitionssitzung am 18. Juni entgegen:

Weiter kämpfen für ein Bleiberecht

+
Weiter zwischen Hoffen und Bangen: Ajshe Beqiri mit ihrer in Bad Wildungen lebenden Tante und Flüchtlingsberater Uwe Kretschmer im Kreis von Unterstützern, von Kirche, Caritas, Stadt und Diakonie.

Bad Wildungen - Ajshe Beqiri bangt weiter um ihr Bleiberecht in Bad Wildungen. Flüchtlingsberater Uwe Kretschmer dämpft die Hoffnung auf ein positives Signal in der entscheidenden Petitionssitzung am 18. Juni. Danach bleibe nur noch eine Chance, die Abschiebung der schwer nierenkranken 27-Jährigen in den Kosovo zu verhindern.

Vor Unterstützern, Vertretern von Kirche, Caritas und Bürgermeister Volker Zimmermann erläuterte der Flüchtlingsberater des Diakonischen Werks den aktuellen Stand des Verfahrens und warnte vor hohen Erwartungen. „In 20 Jahren war nur eine einzige Petition erfolgreich - wir gehen daher ziemlich sicher davon aus, dass dies nicht positiv beschieden wird.“

Es sei noch nicht einmal sicher, ob die Petition für das Bleiberecht der jungen Kosovarin in der Sitzung überhaupt behandelt wird. „Das erfahren wir erst nachträglich.“ Sollte diese rechtliche Möglichkeit nicht ausgeschöpft werden, ist ein Härtefallersuchen beim hessischen Innenministerium die letzte Möglichkeit auf eine Aufenthaltserlaubnis. Kretschmer: „Dieses Jahr wird sich definitiv herausstellen, ob Ajshe Beqiri bleiben kann oder nicht.“

Die junge Frau kam vor sechs Jahren in lebensbedrohlichem Zustand nach Bad Wildungen. Ihr Asylantrag wurde abgelehnt, weil der Kosovo nicht mehr als Kriegsgebiet zählt. Dank sofortiger medizinischer Behandlung und regelmäßiger Dialyse ist der Zustand der jungen Frau heute stabil. „Wenn Sie in den Kosovo zurückkehren muss, würde sie ihr 40. Lebensjahr nicht erreichen“, verweist Kretschmer auf medizinische Statistiken. „In Bad Wildungen hätte sie bei optimaler Gesundheitsversorgung eine fast normale Lebenserwartung - im Kosovo würde sie höchstens noch zehn Jahre leben“.

Die humanitäre Frage gibt ein Fünkchen Hoffnung, dass die Aufenthaltserlaubnis im Zuge einer Härtefallregelung erwirkt werden kann. Von Vorteil sei es, dass der jungen Frau ein Ausbildungsplatz zugesichert wurde für den Fall, dass sie bleiben darf. Die 27-Jährige lebt in einer eigenen Wohnung, unterstützt wird sie von ihrer in Bad Wildungen lebenden Tante, die sich herzlich für das Engagement zum Wohl ihrer Nichte bedankte. „Es wäre traurig, wenn sie wieder zurück müsste.“

Einig waren sich die Unterstützer im Martin-Luther-Haus, dass verstärkt Druck ausgeübt werden soll für einen Verbleib der jungen Frau, insbesondere in Politik, Kirchen und beim Städtetag. „Es ist nicht chancenlos“, urteilte ein Pfarrer. Dekanin Petra Hegmann forderte dazu auf, die Unterschriftenaktion fortzusetzen, an der sich bereits 500 Menschen beteiligten. (höh)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare