Harmonischer Start für fusionierten Kirchenkreis Eder: Konstituierende Sitzung der Kreissynode in Reinhardshausen

"Weiter Raum" und kleinere Gemeinden

Bad Wildungen-Reinhardshausen - Harmonischer Start für den fusionierten Kirchenkreis Eder: In Reinhardshausen wurde in der Kreissynode am Samstag ein Vorstand gewählt – alle Ämter wurden einstimmig besetzt. Im Leitungsgremium des Kirchenparlaments stellen Synodale aus den Altkirchenkreisen Eder und Frankenberg die Weichen für einen gemeinsamen Aufbruch in Zeiten des Umbruchs.

„Du Gott, stellst meine Füße auf weiten Raum“ – die Worte in der Andacht von Pfarrer Albrecht Härlin greift Dekanin Petra Hegmann in der konstituierenden Sitzung der Kreissynode im Gemeindezentrum Lukaskirche auf. Auch der neue Kirchenkreis nehme einen weiten Raum ein – er reicht von Waldeck bis Gemünden und von Rengershausen bis Mandern. „Machen wir uns auf im neuen Kirchenkreis und entdecken die Räume, die er uns eröffnet, “ ruft die Dekanin den Synodalen zu.

Bürgermeister Volker Zimmermann überbringt die Grüße der städtischen Gremien. „Es ist gut und richtig, Grenzen zu überwinden und viele Dinge gemeinsam zu tun, zum Wohle der Bürger,“ sagt der Rathauschef. Er bietet die Zusammenarbeit mit der politischen Gemeinde an. Insbesondere bei konfliktträchtigen Themen wie der Aufnahme von Flüchtlingen, sei enger Schulterschluss gefragt.

103 Synodale gehören dem neu zusammengesetzten Kirchenparlament an. In der konstituierenden Sitzung wird eine Satzung beschlossen und ein Kirchenkreisvorstand gewählt. Dem Vorstand der Kreissynode im neuen Kirchenkreis Eder gehören an: Dekanin Petra Hegmann (Frankenberg), als Stellvertreter die Pfarrer Werner Hohmeister (Niederwerbe) und Jan-Friedrich Eisenberg (Vöhl), ferner Präses Adam Daume (Bottendorf), der stellvertretende Präses Pfarrer Hubertus Marpe (Altwildungen) sowie die Mitglieder Horst Debus (Ellershausen), Heidemarie Hesse-Schween (Affoldern) und Helga Kalhöfer (Bad Wildungen). Als Stellvertreter für die Kreisvorstandsmitglieder wurden Pfarrer Clemens Blum (Affoldern), Pfarrerin Katharina Wagner (Geismar), Gitta Schäfer (Viermünden), Carola Emde (Niederwerbe) und Armin Heyden (Altwildungen) gewählt.

Erster Präses im neuen Kirchenkreis ist der ehemalige Vorsitzende des Kirchenkreises Frankenberg: Adam Daume aus Bottendorf leitet das Gremium. „Bei unserem Anliegen, vertrauensvoll und harmonisch den Kirchenkreis zu verwalten und zu gestalten hoffe ich auf Ihrer aller Mithilfe“, ruft der Burgwalder Altbürgermeister den Synodalen zu. Er würdigt die ausgeschiedenen Mitglieder, die sechs Jahre verantwortungsvoll mitgearbeitet haben. Auch der Finanzausschuss wurde besetzt. In das Gremium wurden gewählt: Bianca Minnich, Birgit Pleger (Vöhl), Gitta Schäfer (Viermünden), Andreas Naumann (Röddenau), Eberhard Lamm (Basdorf), Helga Kalhöfer (Bad Wildungen), Kurt Heyer (Sachsenhausen) sowie in Abwesenheit die Synodalen Lückel, Lütsch, Fritz, Materna.Die Kreissynode ist unter anderem verantwortlich für die Bereiche Gebäude, Diakonie, Personal, gestaltet Rahmenpläne mit Aufgabenbereichen, befasst sich mit Stellen und deren Finanzierung. Der Kirchenkreis hat die Aufsicht über das Haushalts-, Kassen- und Rechnungswesen der einzelnen Körperschaften.

„Wir leben in einer Umbruchzeit, in der Selbstverständlichkeiten wegbrechen und auch wir als Kirche uns inhaltlich wie personell neu aufstellen müssen“, signalisiert Dekanin Hegmann. „Unsere Gemeinden werden kleiner, und die finanziellen Spielräume enger.“

Um die Finanzen geht es in der nächsten Kreissynode: Am Freitag, 14. März, um 18.30 Uhr im DGH Altenlotheim wird der Haushalt 2014/15 beraten.

Zahlen und Fakten zum neuen Kirchenkreis Eder: Der Kirchenkreis zählt 46500 Gemeindeglieder, 36 Gemeindepfarrstellen und drei landeskirchliche Pfarrstellen im Bereich Kurseelsorge. Insgesamt 42 Pfarrer sind im Amt. Sechs Stellen für kirchliche Jugendarbeit sind in verschiedenen Regionen angesiedelt. Hinzu kommen eine Bezirkskantorin in Bad Wildungen und ein Bezirkskantor in Frankenberg.

Der Kirchenkreis Eder ist gemeinsam mit dem Kreis Twiste-Eisenberg Träger des Diakonischen Werks Waldeck-Frankenberg mit rund 20 Mitarbeitern an den Standorten Korbach, Bad Arolsen, Bad Wildungen, Frankenberg. Beide Kreise tragen auch das gemeinsame Kirchenkreisamt Waldeck-Frankenberg (40 Beschäftigte) mit Sitz in Korbach.

Auf Gemeindeebene gibt es im Kirchenkreis eine weitere Kantorin mit einer halben Stelle, 44 Organisten, 16 Chorleiter, 27 Posaunenchorleiter und 60 Küster. Dazu kommt das Personal in elf kirchlichen Kindertagesstätten. Zu diesen hauptamtlichen Mitarbeiten kommen zahlreiche ehrenamtlich wirkende Männer und Frauen hinzu, die das Gemeindeleben tatkräftig mittragen.

Dekanin Petra Hegmann: „Auch nach dreieinhalb Jahren in der Region bin ich immer noch angenehm überrascht von der starken Bindung vieler Menschen an ihre Kirchengemeinde. Das ist ein großer Schatz, ein Pfund, mit dem wir wuchern und christliche Werte in unsere Gesellschaft hineintragen können.“ (höh)

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