Initiative zur „Stärkung der Innenstadt Bad Wildungen“ widerspricht den Aussagen des Aldi-Konzerns

Weiterhin für Discounter im Zentrum

Die Mitglieder der „Initiative zur Stärkung der Innenstadt Bad Wildungen“ beharren auf einem Discounter im Zentrum.Foto: pr

Bad Wildungen - Die Initiative „Stärkung der Innenstadt Bad Wildungen“ widerspricht den Aussagen des Aldi-Konzerns in der WLZ-FZ vor einigen Wochen, er strebe nicht zurück in die Innenstädte.

Das teilt die Ende 2013 als loser Zusammenschluss von Geschäftsleuten, Immobilienbesitzern und interessierten Bürgern gegründete Initiative in einer aktuellen Stellungnahme mit. Auslöser für ihre Bildung sei die öffentliche Diskussion um die Erweiterung von Lidl und Aldi sowie die Verlagerung des Herkules von der Odershäuser Straße an die Itzel gewesen.

„Aldi verfolgt seit einiger Zeit eine neue Strategie und wählt in kleinen und mittleren Städten bis 20000 Einwohnern gerne Innenstadtstandorte“, schreiben die Mitglieder der Initiative und bezeichnen das als Strategiewechsel des Konzerns, obwohl ein Aldi-Sprecher in der WLZ-FZ vor Wochen exakt das auf Nachfrage bestritten hatte und jede Standortentscheidung als Einzelfall gewertet wissen wollte.

Die „Initiative zur Stärkung der Innenstadt Bad Wildungen“ wirft dem Bürgermeister vor, über den von ihr reklamierten Aldi-Strategiewechsel informiert gewesen zu sein und ihn verschwiegen zu haben.

Andere Städte hätten durch Verlagerung des Dienstleistungs- und Handelsgeschehens an die Peripherie ihre Innenstadt stark geschädigt. Kleine Städte wie Bad Wildungen vertrügen keine zwei Zentren. „Es wäre sehr bedauerlich, wenn unsere neu gestaltete Innenstadt dadurch Besucherfluss verlieren würde“, meint die Gruppe. Sie habe in zwei Informationsveranstaltungen Öffentlichkeit und Stadtverordnete von Experten für Städteplanung und -entwicklung, Wirtschaftsförderern und Fachjuristen über den aktuellen Stand der Diskussion unterrichtet. Vor diesem Hintergrund begrüße die Initiative die Absicht von CDU, SPD und Teilen der Grünen, in der Stadtplanung und -entwicklung der Innenstadt neue Wege zu gehen, mit klarem Schwerpunkt auf die Stärkung der Mitte.

„Durch die gelungene bauliche Neugestaltung von Scharnier- und Stadtring hat unsere Stadt gewonnen“, heißt es in der Pressemitteilung. Die Ansiedlung eines Discounters, wünschenswerter Weise Aldi, würde die Innenstadt weiter beleben und zusätzliche Investitionen nach sich ziehen. Das setze ausreichend Parkflächen voraus. In diese Lösung sei das Problem der Busparkplätze einzubeziehen. Die Stärkung der Innenstadt schließe eine Weiterentwicklung an der Itzelstraße nicht aus. Hier seien intelligente und kreative Lösungen und professionelle Wirtschaftsförderung gefragt. Natürlich wäre es bequem für die Kunden, an der Itzelstraße bei zwei Discountern und dem Herkulesmarkt von einem Parkplatz aus alle Lebensmitteleinkäufe zu erledigen, räumt die Initiative ein. „Aber diese Bequemlichkeit hätte verheerende Folgen für die Innenstadt und damit für die Perspektive unseres Gemeinwesens“, meint sie. Bad Wildungen brauche eine attraktive, lebendige Innenstadt, in der sich die Gäste wohlfühlten.

Von Matthias Schuldt

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare