Bioland-Verband informiert in Dehringhausen über die Umstellung auf Bio-Landwirtschaft

Für welche Höfe ergibt „Bio“ einen Sinn?

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Wer seinen Bauernhof auf biologische Wirtschaftsweise umstellen will, muss vieles beachten und sollte sich zuvor gründlich informieren.Foto: dpa

Waldeck-Dehringhausen - Der Bioland-Verband lud gemeinsam mit der Upländer Bauernmolkerei zu einem Umstellerseminar auf den Bio-Betrieb Meyer GbR nach Waldeck-Dehringhausen ein.

Rund 70 Interessierte waren der Einladung gefolgt. Die anwesenden Landwirte, Schüler und Studenten informierten sich über verschiedene Aspekte der Umstellung auf Bio-Landbau.

Jan Gröner vom Verband erläuterte in seinem Vortrag zuerst die Gründe, die aus seiner Sicht für eine Umstellung auf Biolandbau sprechen:

So könne die Umstellung betriebswirtschaftlich interessant sein, man erzeuge gesunde Ernteprodukte im Verständnis der biologischen Landwirtschaft, das Grundwasser werde sauber gehalten und es würden keine chemisch-synthetischen Spritzmittel eingesetzt. Der Berater riet jedem Betriebsleiter, bei Interesse an einer Umstellung im Vorfeld grundsätzlich zu klären: Ergibt die Umstellung auf Ökolandwirtschaft überhaupt Sinn für meinen Betrieb? Was muss ich baulich und betrieblich für eine Umstellung verändern? Welche Chancen und Risiken gibt es für mich? Was passt zu mir als Unternehmerpersönlichkeit?

Im Anschluss erläuterte Jürgen Sprenger vom Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen (LLH) die Fütterung in der ökologischen Milchviehhaltung und zeigte Beispielrechnungen für Futterrationen von Bio-Milchkühen. Pflanzenbau-Berater Jonas Ehls ging auf die Besonderheiten des Öko-Ackerbaus ein.

Neben der Beratungsseite wurde in der Veranstaltung besonders die Vermarktung von Öko-Produkten beleuchtet. Der Schwerpunkt lag dabei auf Bio-Getreide und Bio-Fleisch.

Als Verarbeiter berichtete Josef Jacobi über die von Bauern geführte Upländer Bauernmolkerei in Usseln, die derzeit neue Lieferanten von Bioland-Milch sucht: „Grundlage für den Öko-Landbau ist die Kreislaufwirtschaft, dabei bieten Milchkühe die beste Grundlage für eine erfolgreiche Umstellung“, meint Jacobi.

Das Fazit aller Referenten lautete: Betriebe, die auf Ökolandbau umstellen, werden gesucht.

Nach der Theorie kam die Praxis: Nachmittags stellten Horst und Robin Meyer aus Dehringhausen ihren Bioland-Milchviehbetrieb vor.

Die Bio-Agrar-Meyer GbR bewirtschaftet 180 Hektar Acker- und 90 Hektar Grünland. Seit 2012 ist der Betrieb Mitglied bei Bioland und liefert die Milch seiner 115 Milchkühe an die Upländer Bauernmolkerei. Seit zehn Jahren verzichtet Horst Meyer auf die wendende Bodenbearbeitung und bearbeitet sein Land komplett pfluglos.(r)

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