"Rettet den Vorgarten!": Gärtnermeister Koch setzt auf blühende Hölzer

Ein Reich aus herrlichen Sträuchern

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Eine Freude: An den Wintergrünen Strauchmispeln (Cotoneaster x watereri) ‘Cornubia’ erfreut sich Gärtnermeister Manfred Koch am meisten. Fotos: Marianne Dämmer

Bad Wildungen. Wer kein Faible oder keine Zeit für Blumen habe, könne auch mit ausgewählten Sträuchern etwas für die Mitgeschöpfe tun - und für das eigene Auge, erklärt Gärtnermeister Manfred Koch.

Einen Vorgarten hat Manfred Koch nicht, dafür aber hat er aber hinter und neben seinem Haus einen Lebensraum für Vögel und Natur angelegt: Zahlreiche Straucharten, die zu unterschiedlichen Zeiten blühen und Früchte bringen, ziehen Meisen, Zaunkönige, Amseln und Co. an. Die Sträucher könnten auch Vorgärten zieren. Die kommen besonders im Frühjahr zu den Blütezeiten und von Herbst bis Winter mit ihren Früchten groß raus.

Heimat für Igel und Vögel

Dabei hat der  Gärtnermeister im Ruhestand Zweckmäßiges mit ökologisch Nützlichem gemischt. Um sich vor Zugwind zu schützen, pflanzte er Echte Blautanne (Abies prozera) und Scheinzypressen (Chamaecyparis lawsoniana), aber auch Kirschen und Apfelbäume. „Baum- und Strauchschnitt lasse ich auf einem Haufen für die Igel liegen“, erklärt Manfred Koch. An einem toten Baumstamm lässt er Grünpfeil-Efeu (Hedera helix deltoidea) emporranken, dessen Blätter in Herzform wachsen. Und dann wird es artenreich: „Die Mahonia aquifolium ‘Apollo’ blüht gelb und ist im April ein herrliches Bienenfutter. Im Sommer bietet sie blaue Beeren, die von Hausrotschwanz, Amseln und Drosseln im Nu weggefressen werden“, freut sich der Gärtnermeister. Der „Wollige Schneeball (Viburnum Lantana) blüht im Juni.

Futterreich: Wintergrüne Strauchmispel.

Zu den eindrucksvollen Großsträuchern gehört die Wintergrüne Strauchmispel (Cotoneaster x watereri) ‘Cornubia’. „Sie bietet eine reiche weiße Blüte im Mai/Juni und ab September bis in den Dezember viele rote Beeren und damit reichlich Vogelfutter.“ Sie gehört zu den Lieblingssträuchern von Manfred Koch, weil sie mit ihren überhängenden, geschwungenen Verzweigungen geradezu malerisch wirkt.

Zaubernuss und Apfelbeere

Feine Herbstfärbung: Mahonia aquifolium ‘Apollo’.

Ebenfalls einen feinen Anblick bieten der rote und orangefarbene Feuerdorn (Pyracantha), den er als Hecke angelegt hat. Außerdem hat Koch unter anderem angepflanzt die Zaubernuss (Hamamelis), die von Januar bis März blüht, Duft-Schneebälle (Viburnum farreri) mit einer Blüte im Februar/März und Apfelbeeren (Aronia melanocarpa ) mit einer Blüte im Mai und Früchten ab August. Auch die Gewöhnliche Berberitze (Berberis vulgaris) und Weigelien (Geißblattgewächse) sowie Perlmuttsträucher (Kolkwitzia amabilis), die alle im Mai/ Juni blühen, gehören zu seinem vielfältigen Pflanzenreich.

Damit nicht genug: Der Farnblättrige Goldholunder (Sambucus racemosa) ‘Sutherland Gold’ blüht April/Mai und bildet ab August rote Früchte. Felsenbirnen (Amelanchier rotundifolia) und der Gelbholz Hartriegel (Cornus sericea) ‘Flaviramea’ mit gelbweißer Blüte im Mai und weißen Früchten im Herbst gehören dazu.

Hartriegel und Buddleja

„Dann ist da noch der Chinesische Blumenhartriegel (Cornus florida) ‘Rubra’ mit einer feinen Blüte Juni/Juli und der in allen Teilen giftige Seidelbast (Daphne mezereum) mit einer duftenden Blüte im März/April und Fruchtschmuck im Juni“, zählt der Fachmann auf. Auch Sommerflieder (Buddleja davidii) fehlt nicht. Er zieht den ganzen Sommer über Schmetterlinge an. „Den Sommerflieder schneide ich im Frühjahr auf 15 bis 20 Zentimeter zurück. Je stärker der Rückschnitt, desto höher der Austrieb“, betont der Experte.

Nützlich und ein Hingucker im Herbst: Gewöhnliche Berberitze (Berberis vulgaris).

Um den Unkrautwuchs gering und den Boden feucht zu halten, mulcht der Fachmann unter den Büschen mit angetrocknetem Grasschnitt und Laub. „So bleibt alles im Kreislauf und man kann den Arbeitsaufwand sehr gering halten“, erklärt der Gärtnermeister.

Auch der Spindelstrauch (Euonimus) lasse sich als Bodendecker verwenden, während die Frucht als Vogelnahrung diene, freut sich Manfred Koch über seinen lebendigen Strauchgarten. 

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Ein Interview mit einem Garten-Experten zum Thema Schotter in Garten, ein "Vorgarten als Paradies für Kinder" und "Mit Grün und Blumen etwas gegen versiegelte Gärten halten".

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