Modernisierung geht weiter

Bad Wildunger Holzfachschule baut Tischlerwerkstatt für 10 Millionen Euro

Ansicht aus Richtung Straße der Jugend: der geplante Neubau der Tischlerwerkstatt (Bildmitte) zwischen dem neuen Internatsgebäude (rechts) und der geplanten neuen Mensa (links).
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Ansicht aus Richtung Straße der Jugend: der geplante Neubau der Tischlerwerkstatt (Bildmitte) zwischen dem neuen Internatsgebäude (rechts) und der geplanten neuen Mensa (links).   

Gut sechs Monate nach Einweihung des neuen Internatsgebäudes hat die Holzfachschule in Bad Wildungen ihr nächstes Modernisierungsprojekt vorgestellt: Neubau der Tischlerwerkstatt für rund zehn Millionen Euro.

Bad Wildungen - Zunächst muss allerdings die alte Mensa weichen, an deren Standort die neue Tischlerwerkstatt entstehen soll. Die Planung für die etwas nach Westen versetzte neue Mensa ist bereits soweit fortgeschritten, dass die Schule mit dem Baubeginn der Mensa im kommenden Jahr rechnet. Schulleiter Hermann Hubing: „Die neue Tischlerwerkstatt könnte dann 2025 fertig sein.“

Investitionsstau betrug rund 35 Millionen Euro

Nach der Insolvenz des alten Trägervereins im Jahr 2012 hat der Fachverband Leben Raum Gestaltung Hessen/Rheinland als neuer Schulträger bereits über zehn Millionen Euro in die Modernisierung gesteckt – mit hoher Beteiligung von Bund, Land und auch Landkreis und Stadt. Insgesamt betrug der Investitionsstau bei der Übernahme rund 35 Millionen Euro, wie Landesinnungsmeister Wolfgang Kramwinkel erläuterte.

Schon 2018 gab es erste Überlegungen, wie der wachsende Bedarf in der Tischlerausbildung gedeckt werden kann. Denn inzwischen hat die Auslastung bei den Tischlern die 100-Prozent-Marke überschritten. Erschwerend hinzu kommt die Verteilung der Ausbildung auf unterschiedliche Gebäude.

Holzfachschule am Rande ihrer Kapazität

Ulrich Leber, Leiter der betriebstechnischen Beratungsstelle beim Verband Hessen-Tischler: „Wir wollen diese Defizite ausgleichen und alles in einem neuen kompakten Gebäude bündeln.“ Dass die Schule am Rand ihrer Kapazität ist, unterstrich auch der stellvertretende Schulleiter Andreas Bognanni. Zudem wisse niemand, wie der Handwerksberufs in 20 Jahren aussehe, die Entwicklung sei voll im Gang. Die Schule wolle deshalb „mit der Zeit gehen“ und verfolge eine Neubauplanung, die klassisch, aber nicht starr, die variabel und ausbaufähig sei.

Geplant ist Massivbau mit zwei Vollgeschossen und Aufzug. Etwa acht Meter hoch wird das Gebäude nach Darstellung von Architekt Christian Scherp vom Architekturbüro JSP Architekten in Bad Wildungen, das auch das zehn Meter hohe Internatsgebäude plante. Noch offen ist allerdings, ob dieses Büro auch den Zuschlag erhält. Denn die Architekturleistungen müssen noch ausgeschrieben werden.

Zuvor muss allerdings ein Gutachter des Wirtschaftsministeriums die Notwendigkeit des geplanten Projektes bescheinigen. Schulleiter Hubing zeigte sich bei der Vorstellung der Pläne optimistisch: „Da werden wir keine Probleme haben.“

Landrat: Holzfachschule setzt ein Zeichen für die Zukunft

Reinhard Nau, Aufsichtsratsvorsitzender der Holzfachschule, bezeichnete das Neubauvorhaben als „längst überfällig“. Thomas Rademacher, Präsident des Bundesverbandes Holz und Kunststoff, sprach von einem „beeindruckenden Projekt“, das sich hervorragend in die Umgebung einfüge.

„Ein ambitioniertes Vorhaben mit einem schlüssigen Konzept“, meinte auch Landrat Dr. Reinhard Kubat. Mit diesem Neubau und dem Internat setze die Holzfachschule ein Zeichen für die Zukunft. Er freue sich auf die Realisierung und hoffe, dass das bisher planende Architekturbüro auch den Zuschlag erhalte. Bürgermeister Ralf Gutheil erinnerte an anfängliche Ängste, ob der Internatsneubau nicht etwas zu groß geraten sei. Doch die Architektur und die Kunst am Bau vermittelten nun den Eindruck, hier komme man in eine moderne Stadt.

Die Stadt Bad Wildungen, so der Bürgermeister, sei stolz auf die Holzfachschule und werde sich bemühen, die gewünschte finanzielle Unterstützung für das Neubauvorhaben bereit zu stellen – auch wenn dies für eine Kommune und Reha-Standort, die wegen der vielen Kliniken nur geringe Gewerbesteuereinnahmen habe, nicht ganz einfach sei.

Von Jörg Schade

Vorstellung der Neubaupläne (von links): Landesinnungsmeister Wolfgang Kramwinkel, Bürgermeister Ralf Gutheil, stellvertretende Geschäftsführerin der Holzfachschule, Csilla Klausner, der Präsident des Bundesverbandes Holz und Kunststoff, Thomas Rademacher, Aufsichtsratsvorsitzender der Holzfachschule Reinhard Rau, Schulleiter Hermann Hubing, Ulrich Leber, Leiter der betriebstechnischen Beratungsstelle von Hessen-Tischler, stellvertretender Schulleiter Andreas Bognanni, Landrat Dr. Reinhard Kubat und Architekt Christian Scherp hier vor der alten Mensa.

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