Edertal

Mit der Weser oder gegen sie?

+

- Bad Wildungen/Edersee (su). Hat es Sinn, eine eigene „Interessengemeinschaft Edersee“ zu gründen und mit ihr Lobbypolitik von Wiesbaden bis Berlin für den Tourismus am See zu betreiben? Oder tut man sich besser noch enger mit den Anliegern der Oberweser zusammen?

Zu diesem Thema stand Harald Plünnecke im Wildunger Haupt- und Finanzausschuss Rede und Antwort: Vöhler Bürgermeister und Vize-Chef der „Interessengemeinschaft Oberweser“, in der auch Vöhl und Edertal Mitglied sind: „Seit 22 Jahren kämpfe ich für den Edersee.“ Hintergrund: Die CDU Bad Wildungen hat die Gründung einer Interessengemeinschaft Edersee vorgeschlagen. Plün­necke und sein Edertaler Amtskollege äußerten öffentlich Skepsis. „Wenn wir eine Gemeinschaft gründen: Werden Sie Mitglied?“, fragte Marc Vaupel (CDU). „Ich persönlich ja“, antwortete Plünnecke. An den Meinungsunterschieden änderte das nichts.

Plünneckes Credo: Gegen die Anlieger der Weser erreicht die Edersee-Region nichts, weil der Vorrang der Weser vor dem Edersee im Bundesgesetz nicht zu kippen sei. Die Weserregion sei bei der Bevölkerungszahl und der Wirtschaftskraft weitaus stärker. Am meisten Erfolg verspreche der gemeinsame Kampf im Rahmen der IG Oberweser für einen Erhalt der Weser als Bundeswasserstraße, besser noch, für ihren Ausbau. „Stuft der Bundesverkehrsminister die Weser zur Tourismusstraße herab, wird nichts mehr investiert. Sie versandet und braucht noch mehr Wasser aus dem Edersee.“

Dr. Edgar Schmal (CDU) und Professor Dr. Horst Zebe (FDP) bezweifeln das. Sie sagen: Man sitze nicht mit der Oberweser in einem Boot, wenn zu wenig Wasser vorhanden sei. Die IG Oberweser habe ihre Interessen bislang erfolgreich durchgesetzt. „Wir müssen mit einer eigenen Interessengemeinschaft dagegenhalten“, forderte Schmal. Man müsse eben in den Bundestagsfraktionen für eine Änderung des Talsperrengesetzes oder zumindest der Betriebsvorschrift streiten.Anders als von Plünnecke behauptet, würde eine Renaissance der Weser als Transportweg den Edersee-Tourismus zum Erliegen bringen, fürchtet Zebe: „Das hat der Bau der Umschlagstelle in Hann. Münden gezeigt. Die Firma Richter hat die Probleme vergrößert.“

Mehr lesen Sie in der WLZ-FZ vom Donnerstag, 1. September

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare