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Deutscher Wetterdienst baut neuen Kellerwaldturm am Wüstegarten

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Von: Claudia Brandau

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Bald Geschichte: Der in die Jahre gekommene Kellerwaldturm auf dem Wüstegarten soll einem Betonbau des Deutschen Wetterdienstes weichen.
Bald Geschichte: Der in die Jahre gekommene Kellerwaldturm auf dem Wüstegarten soll einem Betonbau des Deutschen Wetterdienstes weichen. © Archiv

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) will 2024 im Kellerwald ein Wetterradar samt Besucher- und Aussichtsplattform am Wüstegarten bei Jesberg errichten.

Bad Wildungen/Jesberg – Der 55 Meter hohe Betonturm mit seinem sechs Meter hohen Radom soll den jetzigen und seit langem maroden Kellerwaldturm ersetzen, berichtet Jesbergs Bürgermeister Heiko Manz.

Bis 2024 Radar in Flechtdorf nutzen

Die Planungen für das Projekt laufen schon seit Jahren, der Landkreis hatte bereits 2016 die Baugenehmigung für den Bau des Wetterradars erteilt. Bis 2024 wird der Deutsche Wetterdienst das Radar am Standort in Diemelsee-Flechtdorf nutzen, dann wird es den Windrädern weichen, die bei Flechtdorf geplant sind, sagt Gertrud Nöth, stellvertretende Pressesprecherin des Deutschen Wetterdienstes in Offenbach.

Der Deutsche Wetterdienst als Bundesbehörde unterstütze die Energiewende, so Nöth, doch seien Wetterradar und Windkrafträder in großer Nähe nicht kompatibel: Die Tabuzone zwischen ihnen beträgt fünf Kilometer.

Hagel, Gewitter, Blitzeis kurzfristig erkennen

Dieser Mindestabstand soll verhindern, dass Störfelder für den Radarstrahl entstehen, der alle fünf Minuten Wolken in verschiedenen Winkelhöhen durchmisst und so auch vor kurzfristige Entwicklungen wie Hagel, Gewitter oder Blitzeis erkennt. „Die Radartechnik macht eine genaue Kurzvorhersage fürs Wettergeschehen möglich – nur so können wir unseren gesetzlichen Auftrag erfüllen und die Bevölkerung vor Gefahrsituationen wie Orkanen warnen.“

Während der DWD vor allem die technischen Aspekte im Blick hat, sieht Heiko Manz als stellvertretender Vorsitzender des Naturparks Kellerwald-Edersee (der seinen Sitz in Bad Wildungen hat), auch die touristischen Vorteile: Der Deutsche Wetterdienst ersetze den in die Jahre gekommenen Kellerwaldturm auf dem Wüstegarten, dessen Nutzungsdauer ohnehin bald ablaufe.

Keine Kosten für Naturpark und Gemeinde

Weitere gute Nachricht: Weder für Naturpark noch für die Gemeinde entstünden Kosten für den Neubau. Einziger Wermutstropfen: Das Wettradar werde als geplanter Betonbau eine komplett andere Optik als die jetzige Holzkonstruktion haben. In seinem Umkreis werden dann keine Windräder im Kellerwald errichtet.

Der geplante Turm soll inklusive des sechs Meter hohen Radoms 55 Meter hoch sein. Die Besucherplattform wird allerdings etwas tiefer liegen, da unterhalb des Randoms der technische Betriebsraum samt Server errrichtet wird. Die vom Radar ermittelten Wetterdaten werden in Sekundenschnelle zum Deutschen Wetterdienst nach Offenbach geschickt, wo sie ausgewertet werden. Sie bilden die Daten-Grundlage für die Wetter-Apps, die man sich aufs Handy laden kann. (Claudia Brandau)

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