Blues Brothers-Show als Haupt-Programmpunkt am Samstag fiel aus

Wetterkapriolen prägen die Premiere der "Wildunger Gassenhauer"

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Auf Tuchfühlung mit dem Publikum: "Müller Meier Schulze" zum Start am Freitag.

Bad Wildungen. Premiere für die Wildunger „Gassenhauer“ am Wochenende: Sie nahmen die Stelle des Jazz-Festivals ein, das einst weit über die Grenzen der Region hinaus Fans anzog, zuletzt aber unter akutem Besucherschwund gelitten hatte.

Die „Gassenhauer“ waren dagegen eher als Fest von Wildungern für Wildunger konzipiert und die Bilanz fällt nicht zuletzt wegen Wetterpechs gemischt aus.

Der Freitag begann mit „Müller Meier Schulze“ und der N´Awlins Brassband am frühen Abend mit eher kleinem Publikum, das sich aber vom ersten Stück an in beiden Fällen als Fangemeinde beider Gruppen offenbarte und vom Fleck weg mitzog – Mitsingen und -tanzen inbegriffen. „Pink Inside“, die Pink Floyd Tribute Band, überzeugte geschätzte 1000 Besucher auf dem Marktplatz am späten Abend voll und ganz. Live huldigten die Musiker der Kultband, zelebrierten Songs der legendären Alben aufs Feinste und begeisterten die Zuhörer.

Am frühen Samstagabend vor schon gut gefüllter Kulisse brachten „Cloud 6“ mit einem bunten Mix von Rhythm ´n´ Blues, Boogie Woogie, Rock ´n´ Roll und Swing mit eigener Handschrift Schwung in die Zuhörergemeinde auf dem Postplatz. Parallel genossen viele Zuschauer auf dem Marktplatz perfekten Bigband-Sound des Wildunger Kurorchesters. Junge Tanzpaar der Tanzschule Mundhenke ließen es sich nicht nehmen, Lindy Hop, den Tanz der 1930er aus den USA und Vorläufer des Rock ´n´ Roll aufs Pflaster zu legen.

Der Tiefschlag und die sprichwörtlich kalte Dusche für Veranstalter und Fans folgte dann aber am späten Abend. Die Blues Brothers Show sollte gerade beginnen, als das zweistündige Gewitter mit unwetterartigen Böen über Bad Wildungen und der weiteren Region niederging. Die Band hatte noch nicht zur Hälfte aufgebaut, da musste sie alles wieder einpacken und abrupt fiel der erwartete Musik-Höhepunkt der „Gassenhauer“ aus.

Am Sonntag tat der Himmel zunächst so, als könne er nichts von dem Wasser trüben, dass er am Vorabend so überreichlich zur Erde geschickt hatte. Voll war die Stadt zum Kunsthandwerker- und Trödelmarkt. Bei sonnigem, trockenem Wetter füllte sich die Altstadt von Minute zu Minute mehr. Kein Wunder, denn so ein echter Trödelmarkt mit Schätzen von privaten Dachböden und aus persönlichen Kellern ist längst eine Seltenheit geworden in ebay-verrückten Zeiten. Gegen 16 Uhr wurde es dann aber auch hier ungemütllich wegen Windböen aufziehender Schauer.

Manche Altstädter hätten sich zudem bei aller Freude über den großen Zuspruch eines gewünscht: ein bisschen Live-Straßenmusik, die auch am Sonntag den Obertitel der „Wildunger Gassenhauer“ mit zusätzlichem Leben gefüllt hätte.

Bilder vom "Altstadt-Gassenhauer" in Bad Wildungen

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