Klappt der Umzug des DWDs von Diemelsee gen Jesberg, weicht der Kellerwaldturm

Wetterturm mit Ausguck in Aussicht

Bad Wildungen/Jesberg - Die Einigung zwischen dem Windkraft-Unternehmen ABO in Diemelsee und dem Deutschen Wetterdienst lässt im Kellerwald aufhorchen. Die Hoffnungen steigen, dass die Gemeinde Jesberg und der Naturpark Kellerwald-Edersee bald ihr großes Sorgenkind außer Dienst stellen können: den hölzernen Kellerwaldturm.

Unter anderen von den Wildunger Ortsteilen Bergfreiheit und Armsfeld aus steuern Wanderer gerne den beliebten Aussichtspunkt an. 2003 wurde der alte Turm durch einen neuen ersetzt, ebenfalls aus Holz. Er ist flexibel gebaut, so dass er leicht, aber spürbar im Wind schwankt, was neben der tollen Perspektive vielen Besuchern ein zusätzliches Kribbeln im Bauch bereitet.

Zum Leidwesen der Verantwortlichen zeigten sich aber bereits ab 2006 Risse in den Leimbinder-Balken. „Wasser kann eindringen und das Holz schädigen“, erklärt Naturpark-Geschäftsführer Rainer Paulus. Aus diesem Grund wird der Turm alljährlich im Frühling auf Standfestigkeit geprüft. Seit geraumer Zeit weisen Schilder darauf hin, dass zur Sicherheit nur 16 Personen zur gleichen Zeit den Turm besteigen dürfen.

Es besteht daher Zeitdruck, Ersatz zu schaffen und die Gelegenheit dazu bietet sich, wenn der Handel zwischen ABO-Wind und Deutschem Wetterdienst durch einen unterschriebenen Vertrag festgezurrt ist. Aktuell laufen laut Paulus Verhandlungen zwischen dem DWD und Hessen Forst, auf dessen Grund und Boden der neue Wetterturm stehen soll. Jesberg und der Naturpark wollen sich an das Projekt anhängen, außen eine spiralförmige Treppe anbringen und ein bis drei Plattformen, möglicherweise in unterschiedlichen Höhen, so dass man in jede Himmelsrichtung schauen kann.

Der Standort befindet sich auf der bestehenden Lkw-Schneise nordöstlich vom Kellerwaldturm und liegt etwa 30 Meter tiefer als dessen Position. „Dafür wird der Wetterturm rund 30 Meter höher“, ergänzt Rainer Paulus. Er kenne vergleichbare Kombinationen zwar nicht aus eigener Anschauung, habe aber von ähnlichen Projekten gehört. Von der Berichterstattung über die Ereignisse in Diemelsee wurde der Naturpark überrascht. „Wir hatten am Montag Vorstandssitzung und das Thema auf der Tagesordnung, wussten zu dem Zeitpunkt aber noch nichts Neues“, schließt Paulus und hofft, dass ABO-Wind tatsächlich seine Pläne in Diemelsee verwirklichen kann und rasch weitere Bewegung in die Angelegenheit kommt.

Von Matthias Schuldt

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