Debatte um Info der Edersee Touristic an der Sperrmauer geht weiter

Wieck: Gier trägt "gerüttelt Maß Schuld" am Dilemma bei ET-Info-Zentrum

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Edertal - Auf Schärfste weisen die Sozialdemokraten den Vorwurf von Edertals Bürgermeister Klaus Gier zurück, SPD und Union hätten durch ihr Taktieren das Dilemma mit dem neuen ET-Domizil verursacht.

Die Mehrheit der Fraktion fordert nach einer internen Sitzung am Montag nun „eine akzeptable Zwischenlösung“. Das Haus Fiss scheide aus, untermauern die Sozialdemokraten in einer Pressemitteilung und ihr stellvertretender Fraktionschef Andreas Schaake verweist erneut auf zahlreiche Mängel wie fehlende Barrierefreiheit, höhere Betriebskosten oder einen nicht vorgelegten Energieausweis. „Zukunftsweisend, barrierefrei, behindertengerecht und betriebswirtschaftlich vernünftig – das ist mit dem Fiss-Gebäude nicht realisierbar“, meint SPD-Fraktionsvorsitzender Karl-Heinrich Neuschäfer. Die SPD habe den Bürgermeister bereits im Frühjahr aufgefordert, bei der Infrastruktur- und Wirtschaftsbank (kurz Wi-Bank) Hessen als Zuschussgeber herauszufinden, wie die Fördermittel für einen Neubau gesichert werden können. Mit Blick auf die 100-Jahr-Feiern habe das Parlament im Konsens auf einen Baustart 2014 verzichtet. „Wir bedauern, dass das von der ET erarbeitete Betriebskonzept für eine Gästeinformation, das dem Bürgermeister seit Oktober 2013 vorliegt, bis heute nicht allen Gemeindevertretern als Entscheidungsgrundlage zur Verfügung gestellt wurde“, unterstreicht SPD-Vorstandsmitglied Jens Hankel. Einige Akteure hätten sich „in der Thematik völlig verrannt“, meint die SPD. Der ET bescheinigt sie hervorragende Arbeit und verweist auf gestiegene Übernachtungszahlen im ersten Quartal, durch die sich Edertal und Vöhl positiv von der Entwicklung in Nachbarkommunen abhöben. Bei einer eventuellen Neuausrichtung in größeren Organisationsstrukturen (wie der Touristischen Arbeitsgemeinschaft/TAG) sollte man die vorhandene Kernkompetenz und Struktur der Edersee Touristic nutzen, meint die SPD: Eine Bündelung verschiedener Strukturen in einer Gesellschaft wäre hier zukunftsweisend.Für eine offene, faire Diskussion stehe die SPD bereit. „Ja – ich bin sprachlos“, kommentiert CDU-Fraktionsvorsitzender Harald Wieck die aktuellen Nachrichten. „Wie soll’s weitergehen?“, fragt er sich und meint, „dass wir jetzt erst mal wohl nichts beschließen werden.“ Am Montag steht die Fraktionssitzung der Union an. Aus seiner Sicht trägt Bürgermeister Klaus Gier „ein gerüttelt Maß an Verschulden“ an der entstandenen Lage, weil er nicht auf die Aufforderung der SPD reagiert habe, die Förderung für den Neubau bei der Wi-Bank zu sichern. Dass der Bürgermeister den Architekten der Neubaupläne, Karl-Hermann Emde, öffentlich angegangen hat, hält Wieck für ebenso ungewöhnlich wie unangemessen. Der CDU-Fraktionschef hält es darüber hinaus für falsch, die Edersee Touristic infrage zu stellen, auch wenn man zugleich in der Touristischen Arbeitsgemeinschaft mit der benachbarten Kurstadt kooperiere: „Wir wollen auf Augenhöhe mit Bad Wildungen für unsere Region werben.“ Ohne ET würden die Edersee-Anrainer das Vermarkten des Sees Bad Wildungen überlassen. Ratlos steht Wieck vor der Frage, wie das Arbeitsklima in der Edertaler Gemeindevertretung wieder verbessert werden könnte: „Ich kenne keinen Fall in Deutschland, wo Abgeordnete nach einer Abstimmungsniederlage ein Bürgerbegehren initiiert hätten wie bei uns. Dafür ist dieses Instrument nicht gedacht. Ein Unding.“ Zur Arbeit im Parlament gehöre das Akzeptieren auch von knappen Mehrheiten. Hätte das Haus Fiss eine Mehrheit erhalten, wäre die Union konstruktiv damit umgegangen, ist er sicher und ergänzt: „Das Haus Fiss steht nur deshalb noch leer, weil die Gemeinde Interesse signalisiert hat.“ Zu einem marktüblichen Preis, über dem die aktuellen 187 000 Euro immer noch lägen, hätten sich längst private Käufer gefunden, hat Wieck in vielen Gesprächen mit möglichen Interessenten erfahren.

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