„Vorbildliches Projekt“ im Interesse der biologischen Vielfalt

„Wildnisnacht“ des Nationalparks Kellerwald-Edersee von der UN ausgezeichnet

Biwak einer Schülergruppe im Nationalpark Kellerwald-Edersee
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Jenseits der Komfortzone: Die Wildnisnacht regt zum Nachdenken über Natur, Mensch und Kultur an.

Eine große Naturschutzaktion läuft aus: die „UN-Dekade für biologische Vielfalt“. Im dazugehörigen Wettbewerb wurde die „Wildnisnacht“ des Nationalparks Kellerwald-Edersee ausgezeichnet.

  • Die „Wildnisnacht“ des Nationalparks Kellerwald-Edersee wurde als vorbildliches Projekt von den Vereinten Nationen ausgezeichnet
  • Die Auszeichnung gab es im Rahmen des Wettbewerbs der „UN-Dekade für biologische Vielfalt“, die 2011 ausgerufen wurde und 2020 endet
  • Im Rahmen der „Wildnisnacht“ des Nationalparks Kellerwald-Edersee verbringen Familien, Senioren, Schüler oder Studenten mit einem Rangerteam 31 Stunden im Nationalpark

Von 2011 bis 2020 wollen die Vereinten Nationen mit ihrer Aktion weltweit auf den Wert der biologischen Vielfalt, die „Biodiversität“ aufmerksam machen, Bewusstsein schafften und Wege aufzeigen, den Schwund dieser Biodiversität aufzuhalten. Mehr als 1000 in diesem Sinn vorbildliche Projekte wurden in Deutschland in den zehn Jahren ausgezeichnet und die „Wildnisnacht“ des Nationalparks Kellerwald-Edersee gehört nun dazu.

Hessens Umweltministerin Priska Hinz überreichte die Urkunde im Zuge einer Videokonferenz an das Nationalpark-Team und speziell die Rangerinnen und Ranger, die seit Jahren das Publikum in die Wildnisnacht des Nationalparks Kellerwald-Edersee geleiten und sie gestalten. Das Projekt wurde 2014 im Nationalpark gestartet. Es ist sowohl für Familien mit Kindern ab sechs Jahren als auch für rüstige Ältere, für Schulklassen ab Jahrgangsstufe vier und für Studiengruppen ausgelegt.

Ohne biologische Vielfalt verlieren Öko-Systeme ihr Gleichgewicht

Wildnis und biologische Vielfalt am eigenen Leib für die Gäste erlebbar zu machen: so lautet das Ziel des Nationalpark-Projektes. 31 Stunden verbringen die Gruppen im Schutzgebiet. Ohne die biologische Vielfalt, die Biodiversität, verlieren Öko-Systeme über kurz oder lang ihr Gleichgewicht und brechen in letzter Konsequenz zusammen.

Gemeinsames Aufbauen und Übernachten im Biwak, gemeinsames Kochen und Einteilen der im Rucksack mitgeführten Vorräte inklusive Trinkwasser; all das zählt zum Konzept. Der Wildnisnacht des Nationalparks Kellerwald-Edersee liegt die Idee der „Wildnisbildung“ zu Grunde. Hierbei werden ökologische Bildung und das Erleben von Natur mit teilnehmendem Handeln verbunden. Ausgangspunkt sind Phänomene in der verwildernden Natur. Das Erleben des Kontrastes zur täglichen Komfortzone soll zum Nachdenken anregen über das Verhältnis von Mensch, Kultur und Natur.

Wildnisnacht im Nationalpark Kellerwald-Edersee „hervorragendes Beispiel“ für Projekt im Sinn der biologischen Vielfalt

Das überzeugte die Jury. „Ziel der UN-Dekade für biologische Vielfalt ist es, möglichst viele Menschen für den Schutz und den Erhalt der biologischen Vielfalt zu begeistern. Die Wildnisnacht des Nationalparks Kellerwald-Edersee ist aus unserer Sicht ein herausragendes Beispiel für solche vorbildlichen Projekte“, sagte Dr. Uwe Riecken, Abteilungsleiter für Biotop- und Gebietsschutz im Bundesamt für Naturschutz, in seiner Gratulation. „Ich kann jedem nur empfehlen, mal an diesem Abenteuer teilzunehmen“, ergänzte Hessens Umweltministerin Priska Hinz. Wer die Schönheit der heimischen Tier- und Pflanzenwelt wahrnehme, setzte sich auch für ihren Schutz ein. (red/su)

Ende September war eine Arbeitsgemeinschaft einer Frankenberger Schule ebenfalls von den UN ausgezeichnet worden.

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