Motto: „Wir haben es gewuppt“

Bad Wildungen: Abiturienten des Stresemann-Gymnasiums verabschiedet

Abschied mit Abstand: Abiturienten des Jahrgangs 2020 stellten sich vor der Konzertmuschel zum Foto auf. Foto: Sünnemann/pr

Die Zeugnisausgabe im Maritim-Hotel nur im Kreis der Abiturienten und Tutoren, Grußworte per Videobotschaft und statt kameradschaftlicher Nähe auf Distanz – einen besonderen Abschied erlebten die 90 Schulabgänger des Gustav-Stresemann-Gymnasiums im Corona-Jahr 2020.

Schulleiterin Iris Blum erinnerte in ihrer Ansprache an das Hin und Her kurz vor den Prüfungen. „Es war auf weiten Strecken nicht klar, ob das Abitur geschrieben wird.“ Nach dem Lockdown waren die Abiturienten vom Tag der Schulschließung an auf sich allein gestellt. „Kompliment, Sie haben das super gut gemeistert, wie die Ergebnisse zeigen,“ bescheinigte sie. Getreu dem Jahrgangsmotto „Coronaabi 2020 – Panik hatten wir schon vorher“ werden die Gymnasiasten nun mit dem Abitur gekrönt. „Ihr seid ein ganz besonderer Jahrgang – nicht nur wegen Corona.“ Die Schüler seien politisch engagiert, sozial, kreativ, stets zu einem lockeren Spruch bereit, und begleiteten das Schulleben kritisch.

Eltern verfolgten die Feier draußen im Park an Lautsprechern. Grußworte kamen per Videobotschaft. Bürgermeister Ralf Gutheil sagte: „Ihr habt das mit Bravour gemeistert. Ich bin sehr stolz auf unsere Bad Wildunger Abiturienten 2020.“ Landrat Dr. Reinhard Kubat wünschte „alles Gute für den weiteren Lebensweg. Seien Sie immer wohl behütet und vergessen Sie niemals die Schule, an der Sie gelernt haben.“ Anke Arnoldt, Vorsitzende des Fördervereins, zollte Respekt vor den Leistungen. „Sie haben es geschafft, in dieser ungewöhnlichen Zeit dran zu bleiben und nicht aufzugeben.“ Der Förderverein übernahm die komplette Saalmiete für die Verabschiedung.

Schulsprecherin Lara Singh wünschte namens der SV viel Glück und Erfolg für den weiteren Lebensweg. „Manche sagen, dass die Schulzeit die schönste Zeit des Lebens ist – also behaltet sie in guter Erinnerung.“ Tutorensprecher Rüdiger Staffel erinnerte an frühere Abi-Zeiten. „Diesmal ist alles anders, kein Klamauk, keine Kombirede, keine Zensur, sondern Vereinzelung, Isolation und Hashtag ,Wir bleiben zu Hause‘.“ Den Schulabgängern wünschte er, dass sie einen Teil ihrer Feiern nachholen können und sich gern an ihre Schulzeit zurück erinnern, „wenn auch dieses Retrovirus, das wir Biologen noch nicht einmal für ein Lebewesen halten, das Ende Eurer Schulzeit geprägt hat.“

Abiturientensprecher Elias Hartge sagte mit einer Mischung aus Stolz und Wehmut: „Wir haben’s gewuppt – jetzt verlaufen sich unsere Wege.“ Er dankte allen Wegbegleitern „für diese Reise, die nun für uns zu Ende geht“. Umrahmt wurde die Feier mit Musik von Gudrun Menzler und Arnold Nowakowski sowie von ausdrucksstarken Tanzvideos.

Die Jahrgangsbesten: (von links) Kristina Resch (1,0), Amelie Cronau (1,1), Joshua Heck (1,2), Andriy Polishchuk, Niklas Wagner (1,1), Gregor Wolff (1,4). Foto: Sünnemann/pr

Einzeln traten die Abiturienten an einem Tisch und holten ihre Zeugnisse ab. Die Jahrgangsbesten wurden geehrt: Kristina Resch (1,0), Amelie Cronau, Andriy Polishchuk, Niklas Wagner (1,1), Joshuah Heck (1,2), Gregor Wolff (1,4). Für alle Absolventen gab es zur Erinnerung handgenähte Mund-/Nasenmasken mit dem Stempel „Coronaabitur GSG 2020“.

Stimmungsvoll ging es draußen weiter, wo die Schulabgänger mit Applaus von ihren Eltern empfangen wurden. Sekt floss, Luftballons stiegen auf – trotz aller Einschränkungen und Verzichte war es am Ende doch noch ein versöhnlicher und schöner Abschluss.

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