Spitzenplatz im Landkreis Waldeck-Frankenberg

Wildungen bei Zuwanderern beliebt

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Keine andere Stadt im Landkreis hat so viele Zuwanderer wie Bad Wildungen.

Bad Wildungen - Bei der demografischen Entwicklung steht Bad Wildungen überraschend gut da. Eine stattliche Anzahl an Neubürgern aus dem europäischen Ausland bremst den Bevölkerungsrückgang. „Es besteht deshalb kein Grund zur Panik“, bescheinigt Dr. Jürgen Römer, Leiter des Fachdienstes Dorf- und Regionalentwicklung des Landkreises.

Eine Vielzahl an Daten und Erhebungen des Hessischen Statistischen Landesamts hat Römer ausgewertet für die Städte und Gemeinden des Landkreises Waldeck-Frankenberg. „Für Bad Wildungen sehr bemerkenswert ist die Tatsache, dass die Stadt mit deutlichem Vorsprung den besten Zuwanderungssaldo hat“, vergleicht er beispielsweise Zahlen von 2008 bis 2013 in den Kommunen des Landkreises. Die Bevölkerung in Bad Wildungen schrumpfe nur um 1,88 Prozent. „Das ist enorm, und der beste Wert im ganzen Landkreis.“

Stichproben von vier ausgesuchten Jahren ergeben 4230 Zuwanderer in der Badestadt und 4017 Fortzüge - unter‘m Strich ein Plus von 213 Einwohnern. „Die meisten Kommunen machen hier ein Minus“, sagte Dr. Römer in einem Vortrag in der Bad Wildunger Stadtverordnetenversammlung.

Auf die Badestadt entfalle ein Großteil der Zuwanderungen im gesamten Landkreis, etliche Neubürger stammen aus dem europäischen Ausland. „Für Bad Wildungen lässt sich deutlich erkennen, dass die Stadt für aus dem Ausland kommende Ausländer - mit anderen Worten: nicht Flüchtlinge oder Asylbewerber, da diese melderechtsmäßig aus dem Regierungsbezirk Gießen kommen - offenbar immer attraktiver gewesen ist als der Durchschnitt des Landkreises.“ Trotzdem sei der Anteil der Neubürger aus anderen Ländern, gemessen an der Gesamtbevölkerung noch bescheiden. „Er liegt im einstelligen Prozentbereich“, erläutert Römer. „Damit sind wir meilenweit von einer Überfremdung entfernt.“

„Eher durchschnittlich betroffen“

Vor einigen Jahren läuteten besorgniserregende Prognosen bereits das Totenglöckchen für viele Dörfer auf dem Land. Die hessen-agentur der Landesregierung prognostizierte bis 2050 gar einen Rückgang um 27 Prozent der Einwohner im Landkreis Waldeck-Frankenberg gegenüber 2009. „Hier müssen Sie sich jeden vierten Menschen wegdenken,“ zeigte Römer mögliche Folgen auf.

Inzwischen seien jedoch etliche Prognosen korrigiert worden - die Lage scheint in vielen Bereichen doch nicht so schwarz wie vor Jahren ausgemalt. „Wir sind von der Bevölkerungsabnahme eher durchschnittlich betroffen,“ stellt Römer fest. Hochrechnungen seien vage und Wanderungsströme schlecht vorauszusagen. (höh)

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