Medizin-Analyse schürt Zweifel an Krankenhausreform

Wildunger Ärzte: Masse im OP sichert die Kasse, nicht die Klasse

Analysierten OP-Ergebnisse von Prostatakrebs-Patienten: (von links) Dr. Oliver Brock, Professor Dr. Ullrich Otto, Dr. Marius Cristian Butea-Bocu und Dr. Ingo Knop. Foto: Carolin Ludwig

Reinhardshausen. Quantität fördert Qualität oder zu Deutsch: Masse bringt Klasse. Diese Grund-Annahme der 2016 eingeführten Krankenhausreform stößt auf erste Zweifel - wissenschaftlich untermauerte Zweifel. Denn es gilt auch "Klein, aber fein".

Vier Ärzte des Urologischen Kompetenzzentrums der Reinhardshäuser Hartenstein-Reha-Kliniken haben OP-Ergebnisse von rund 6000 Prostatakrebs-Patienten aus 20 deutschen Akut-Kliniken in einer Analyse ausgewertet, wie die Waldeckische Landeszeitung in ihrer Ausgabe vom 3. August ausführlich berichtet.

Zentrale Aussage: Hohe Fallzahlen alleine sichern nicht die Qualität der operativen Behandlung. Auch kleinere Einrichtungen mit geringeren Zahlen erzielen qualitativ sehr gute Ergebnisse, fassen die Reinhardshäuser Urologen zusammen.

Sie fordern deshalb, dass die kontrollierte Qualität der OP-Ergebnisse in die Vergütung der Krankenhäuser und damit in ihre Zulassung für bestimmte Behandlungen mit einfließt - nicht nur die reine Fallzahl, wie es die Krankenhausreform verordne. Das Beschränken auf hohe Zahlen bevorteile große Häuser, die so ihre Finanzierung leichter sichern können als kleinere Akut-Kliniken, wie sie etwa auf dem Lande zu finden sind.

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