Überraschend für die Pendler am Donnerstag

Wildunger Bahnhofstraße wegen Anlieferung eines Solarpark-Trafos den halben Tag lang gesperrt

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Achtung Hochspannung! Ein Schwerlastkran hievte am Donnerstagmorgen den Transformator (rechts im Bild) auf seinen Platz im neuen Solarpark links von der Straße. Foto: Schuldt

Bad Wildungen – Den halben Donnerstag blieb die Bahnhofstraße als eine der Haupteinfallstraßen der Kurstadt gesperrt. Grund für den Verkehrsstopp, der viele Pendler am Morgen kalt erwischte, waren Arbeiten am neuen Solarpark der Wildunger BKW.

Ein Transportunternehmen lieferte den 15 Tonnen schweren Trafo an, der künftig den Sonnenstrom aufnimmt und ins Netz speist. Auf Grund der Regenfälle der vergangenen Monate war der Boden so aufgeweicht, dass ein normaler Transport ausschied. So beschlossen die Logistiker, einen Schwerlastkran einzusetzen, der die gesamte Fahrbahnbreite zum Arbeiten benötigte.

Mit einem Gegengewicht von mehr als 60 Tonnen ausgestattet, hievte das große Gerät den Transformator vom Auflieger hinüber aufs Feld. Nach Angaben von Stephan Tent, BKW-Geschäftsführer der Sparte Wasser, geht der Solarpark noch im Februar ans Netz.

Er hat eine Gesamtleistung von 747,04 Kilowatt peak (kWp). Dabei handelt es sich um die – bei optimalen Bedingungen – theoretisch erreichbare Höchstleistung einer Photovoltaik-Anlage. Würde sie den Wert tatsächlich einmal realisieren, könnte die BKW-Anlage rechnerisch knapp 107 000 LED-Birnen von je 7 Watt gleichzeitig zum Leuchten bringen.

Kalkulierte Laufzeit der Anlage: 21 Jahre. Standort ist eine knapp 8400 Quadratmeter große Fläche im Gewerbegebiet, welche die BKW von der Stadt gekauft hat. Parallel bewilligte das Parlament der BKW im Mai 2018 ein Darlehn für diesen Grundstückshandel in Höhe von 195 000 Euro. Ein zweites Darlehn für den Erwerb der Photovoltaik-Anlage umfasst laut damaligem Beschluss 605 000 Euro. Der Auftrag für den Bau ging an eine Spezialfirma aus Nürnberg. Ein Nebeneffekt dieses Vorgehens: Die Stadt vermied es durch die Kreditvergabe an die eigene Tochter, für damals flüssige Mittel auf den Konten der Kämmerei Strafzinsen zu zahlen.

Die BKW setzt mit dem Projekt ihr Engagement bei regenerativen Energien fort. Rund 1000 Quadratmeter Dachflächen auf dem BKW-Gelände wurden bereits mit Photovoltaik bestückt. Erweiterungen sind Zug um Zug vorgesehen. Auch bei Windenergie mischt die BKW mit.  höh/su

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