Traditioneller Start am "Heiligen Abend"

Neuer Wildunger Bürgermeister stößt zum Auftakt des Viehmarkts persönlich ins Horn

Bad Wildungen – Ein proppevolles Festzelt und reger Betrieb auf dem Rummel markierten am  „Heiligen Abend“ einen verheißungsvollen Start des größten Wildunger Volksfestes:

„'S Veehmoart“ ist eröffnet. Der traditionelle Zug der Stadtoberen, begleitet vom Feuerwehrmusikzug und der Bevölkerung, vom Rathaus über die Allee bis zum Schützenplatz, war auch für Ralf Gutheil etwas Besonderes, nahm er doch erstmals als Bürgermeister am Marsch teil. Die neue Erfahrung prägte seine Rede, bevor er in traditioneller Weise das Fass Freibier anstach. Von Amts wegen hat er in der Verwaltung die erste Geige zu spielen. Als erfahrener „Christkindwieger“ griff er zu Festbeginn aber zur Trompete – wohl eine Premiere in der langen Geschichte des Wildunger Viehmarktes.

„Einige fragen sich bestimmt: Was hat der denn jetzt die letzten zehn Monate gemacht? Es bewegt sich ja immer noch nichts in unserer schönen Badestadt“, hob Gutheil an, um dem Publikum im selben Atemzug zu versichern: „Aber falsch: Der hat einiges gemacht, auch wenn man im Moment nach außen noch nicht so viel sieht.“

Er stecke mitten in zähen, noch nicht abgeschlossenen Verhandlungen mit dem Domanium über die künftige Holzverarbeitung. Eine mögliche Teilnahme am Grenztrail Waldeck-Frankenberg werde vorbereitet. „Da ist aber auch die Sorge um die zukünftige Betreuung unserer Kindergartenkinder und die Schaffung von neuem Wohnraum, nicht nur im gehobenen Preissegment“, fügte Gutheil hinzu.

Viel Applaus kassierte er aus der großen Runde, als der Bürgermeister „das Superteam im Rathaus und seinen Außenstellen“ lobte, denn ohne es „wäre ein Bürgermeister ziemlich aufgeschmissen.“ Binnen zehn Monaten hätten die Stadtgärtner die Allee wieder mehr zum Blühen gebracht, hätten wieder mehr Beete und Blühstreifen angelegt. Im Bauhof sei „ein Gala-Bautrupp“ eingerichtet worden, der sehr gut seine mehr als volle Auftragsliste abarbeite.

Die Öffnungszeiten des Heloponte seien im Zusammenarbeit mit den Beschäftigten familienfreundlicher gestaltet worden – etwa in Gestalt des offenen Montagnachmittages während der Sommerferien ab 22. Juli.

Die Vorbereitungen für den deutschen Wandertag 2020 liefen auf Hochtouren, „was im Hinblick auf sinkende Gewerbesteuereinnahmen richtig und wichtig ist.“

Erstaunlich für ihn als Neuling seien „die vielen, sehr speziellen Wünsche an die Stadtverwaltung und mich.“ Sei es, dass ein Baum zu viel Schatten werfe, obwohl er länger an seinem Platz stehe als das betreffende Haus, die vielen Beschwerden über zu schnelles Fahren, was Messungen aber nicht bestätigten mit Ausnahme einzelner Ausreißer, oder die vielen Klagen über herumliegenden Müll. „Dabei sollte wohl jeder in der Lage sein, seinen verursachten Müll entweder in einen dafür vorgesehenen Behälter zu werfen, oder wenn keiner da ist, diesen wieder mit nach Hause zu nehmen, dies gilt insbesondere auch für Hundekotbeutel“, meinte Gutheil unter Beifall.

Insgesamt würde er sich wünschen, dass jeder Bewohner sich mehr mit seiner Heimat und seinem Wohnumfeld identifiziere und auf seine Umgebung achte. -sch-

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare