Für Sanierung zu Kosten in zweistelliger Millionenhöhe:

Wildunger Ex-Reha-Klinik "Parkhöhe": Neuer Besitzer sucht finanzstarke Partner 

Die Aufräumarbeiten an der früheren Klinik „Parkhöhe“ haben begonnen. Bis zum Beginn des mehrjährigen Leerstandes firmierte sie kurzzeitig unter „Claremont Hotel“ und gehörte einem Eigner aus Fernost. Foto: Schuldt

Bad Wildungen. Diese Anzeige auf einer etablierten Immobilienplattform im Internet stiftet Verwirrung und verbreitet Unruhe in Bad Wildungen:

„Sanierungsbedürftiges Hotel mit 165 Zimmer, Hufelandstraße 20, 34537 Bad Wildungen, Waldeck-Frankenberg (Kreis): Kaufpreis ab 1,5 Millionen Euro“. Die alte Klinik „Parkhöhe“ ist doch gerade zwangsversteigert? Diese Frage stellen sich verwundert viele Wildunger.

Auf Anfrage bestätigt der neue Eigentümer Ramazan Altiok aus Frankfurt, dass es sich bei dem angebotenen Objekt tatsächlich um die alte Klinik „Parkhöhe“ handelt. Prominent platziert am westlichen Stadteingang aus Richtung Reinhardshausen stand sie seit einem Jahrzehnt leer. Vor wenigen Wochen erst erhielt Altiok bei der Zwangsversteigerung am Amtsgericht Fritzlar den Zuschlag für mehr als 300 000 Euro.

Das große Aufräumen in der alten Klinik "Parkhöhe"

Die umfangreichen Aufräumarbeiten in dem großen Gebäude haben inzwischen begonnen, deutlich nach außen sichtbar. Eine Herkulesaufgabe angesichts des Chaos, das sich über zehn Jahre als Folge von Randale, Wasserschaden, Witterungseinflüssen und Ungeziefer gebildet hat. Aus den Böden der Balkone wachsen Bäumchen.

Er habe eine Immobiliengesellschaft beauftragt, finanzstarke Partner zu finden, die sich an der Sanierung des Gebäudekomplexes beteiligen, erläutert Altiok auf Nachfrage. Der Investitionsbedarf liege in zweistelliger Millionenhöhe. Die zuständige Maklerin will nach eigener Aussage mit dem Aufbau des Inserats als Verkaufsanzeige und dem angegebenen Preis sicher stellen, dass sich nur ernsthafte, solvente Interessenten für eine Partnerschaft melden.

Überraschung im Rathaus über Ex-Klinik "Parkhöhe"

Bürgermeister Volker Zimmermann und Bauamtsleiter Klaus Weidner zeigten sich auf Nachfrage überrascht von der aktuellen Entwicklung. Beide standen zuletzt vor wenigen Tagen in Kontakt mit dem neuen Besitzer der früheren Reha-Klinik, die zu Weltbadzeiten als Hotel errichtet wurde und diesem Zweck kurz vor ihrem mehrjährigen Leerstand noch einmal über einige Wochen diente. Der damalige Hotelier aus Fernost scheiterte jedoch. Er verlor die Immobilie im Zwangsversteigerungsverfahren, das die Stadt wegen ausstehender Gebühren und Abgaben mit Erfolg betrieben hatte.

Der Bebauungsplan sieht auf dem Grundstück als Nutzung bislang nur Klinik- und Hotelbetrieb vor. Altiok möchte Wohnen als weiteres Angebot künftig integrieren und beriet nicht zuletzt diese Absicht mit der Stadt. „Wir haben über Änderungen des Bebauungsplanes gesprochen, die das ermöglichen könnten“, sagt Klaus Weidner. Eine solche Änderung zu beschließen, wäre Recht und Aufgabe der Stadtverordnetenversammlung.

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