Im Theater am Bunker:

Wildunger Gymnasium feiert Erfolg mit seinem ersten Poetry-Slam von Lehrern und Schülern

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Ihr Mut, im ThaBu auf die Bühne zu gehen, hat sich gelohnt: die Poetry-Slammer aus Schülerschaft und Kollegium des Stresemann-Gymnasiums.

BadWildungen – Totenkopf und Schmetterling, mit diesen Postern wies die Bühnengestaltung auf den Wettbewerb „Dead vs. Alive“ hin. Ihren ersten Poetry-Slam in Bad Wildungen präsentierten Schüler und Lehrer des Gustav-Stresemann-Gymnasiums im Thabu.

„Wer war schon mal bei einem Poetry-Slam?“, fragte zu Beginn Christoph Heise, Lehrer des Deutsch Leistungskurses, der gemeinsam mit Daniel Rick den Dichterwettkampf moderierte. Während die einen Werke von toten Dichtern ausgewählt hatten, präsentierten die anderen moderne, selbst verfasste Texte.

Mit seinem Eröffnungstext „Zombie“ stimmte Christoph Heise selbst das Publikum ein, denn die Zuschauer sollten mit ihrem Applaus später den Gewinner bestimmen.

Die Beifallsstärke wurde auf einer Skala von eins bis zehn bemessen. Auf den Einsatz von Körper und Stimme der Poetry-Slammer galt es fürs Publikum zu achten, zusätzlich zu den Versen an sich.

Schüler wie Lehrer wurden dem Publikum einzeln vorgestellt. Zu den zehn angekündigten Teilnehmern gesellte sich spontan ein elfter aus den Zuschauerreihen.

Mit der entsprechenden Mimik und unterschiedlichen Stimmlagen unterstrichen die Slammer ihre Texte. Sie waren mal witzig, mal traurig, rührten aber immer das Publikum. So fiel die Abstimmung auch immer schwer.

Lara Gruhn trug den „Zauberlehrling“ von Goethe vor, den sie „zu Beginn am meisten verachtet“ hatte. Als der Poetry-Slam im Deutsch Leistungskurs vorgeschlagen wurde, war sie alles andere als begeistert. „Dann habe ich mich doch darauf eingelassen“, sagt sie. Wie alle anderen war auch sie aufgeregt, hielt ihr Manuskript zitternd in der Hand.

Manche trugen ihren Text ganz flüssig vor, manche stockend. All das machte den Wettbewerb besonders und liebenswert. Da waren Gedichte für die kürzlich verstorbene Oma zu hören oder Texte mit englischen Passagen.

Viktoria Lison stimmt das Lied von Udo Jürgens „Ich war noch niemals in New York“ an, bei dem alle mitsangen. Eine perfekte Einleitung für ihren Text „New York“, über graue, grasende Gänse, graue Gassen in einer grauen Stadt.

Besonders witzig kam der Text von Stefan Krempasky daher – ein Gedicht an alle Elche dieser Welt. Moderator Daniel Rick trat auch selbst an und bezeichnete die Auftritte im ThaBu als „einmalige Chance, seine Talente zu zeigen“. Am Ende sagte er: „Das Adrenalin, wenn man auf die Bühne geht, macht süchtig.“

Der Gewinner an diesem Abend war nach der Finalrunde Musik- und Geschichtslehrer Harald Brauer. Er bekam einen reich gefüllten Beutel mit Publikumspreisen sowie eine Medaille von den Moderatoren.

„Letztlich hat jeder Slamteilnehmer mit seinem Text die Herzen der Zuhörer gewinnen können“, schloss Christoph Heise unter Beifall des Publikums. -sb-

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