Große Mehrheit im Planungsausschuss hat entschieden:

Wildunger Kurhaus wird für neues  Hotel abgerissen

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Lange her: Billard-Meisterschaften im großen Saal des Wildunger Kurhauses 2006.

Bad Wildungen. Projektentwickler, Investoren und Betreiber des Hotelvorhabens auf dem Kurhausgelände können durchstarten. Mit großer Mehrheit stimmte der Planungsausschuss am Mittwochabend im Rathaus für das Konzept, das die Gruppe vor einigen Wochen im Parlament vorstellte. Der Ausschuss betrachtet die Pläne per Beschluss als „Grundlage für die gemeinsame Arbeit und eine rasche Umsetzung.“ Damit machten die Abgeordneten in dem Gremium zugleich den Weg frei für den Abriss des Kurhauses:

Und zwar mit sechs Ja-Stimmen aus CDU, SPD, FDP und Grünen bei einer Enthaltung aus Reihen der Union und einer Gegenstimme im Namen der Freien Wähler. Zuvor hatten speziell die christdemokratischen Delegierten den Auftrag der Stadtverordneten an den Ausschuss ausgeführt, mit den Kaufinteressenten für das Grundstück über einen Erhalt der Kurhaus-Säle im Rahmen des Hotelbaus zu verhandeln. Architektin Margaritha Drnec-Schmidt und Projektentwickler Michael Quast sehen jedoch keine Chance, diesem Ansinnen nachzukommen. Sie trugen dem Planungsausschuss nachdrücklich ihre Argumente vor. Mit Erfolg.

Positiver Druck am Markt

Regina Preysing (Linke) – als Stadtverordnete mit Rederecht, ohne Ausschussmitglied zu sein – griff in der Diskussion einen anderen Aspekt auf. „Wir brauchen keine Investitionsruine. Wo und wie wollen die Betreiber neue Gästegruppen erschließen? Wir haben keinen Autobahnanschluss aber Hotels in Bad Wildungen, von denen manche schlecht ausgelastet sind.“

Von allen Seiten erntete sie heftigen Widerspruch. „Unternehmen wollen Rendite erzielen und keine leeren Gebäude hinstellen“, meinte Bürgermeister Volker Zimmermann. Wenn positive Veränderungen Druck am Markt erzeugten, sei das gut.

Georg Wackerbarth (CDU) pflichtete dem bei: „Mehr Hotels bringen mehr Wettbewerb, somit mehr Qualität und mehr Gäste.“

Jörg Schäfer (FDP), selbst in der Hotelbranche beruflich tätig, verwies auf die zentrale Lage Bad Wildungens in Deutschland: „Bundesweit suchen Unternehmen in der Region wegen der kurzen Wege nach Tagungshotels.“

Projektentwickler Michael Quast attestierte Regina Preysing „einen Gedankenfehler. Wenn die Auslastung nicht stimmt, liegt das nicht an mangelnder Nachfrage, sondern an einem nicht marktgerechten Angebot.“

Kämmerer Günther Gutheil untermauerte das am Beispiel des Göbel-Hotels Aquavita in Reinhardshausen: „Der vorherige Betreiber sagte uns immer, mehr als 40 Prozent Auslastung seien nicht drin. Herr Göbel hat nach der Übernahme bewiesen, dass das nicht stimmt.“

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