Unterstützung für Ärzteforderung

Wildunger Linken-Abgeordnete kritisiert Hotelpläne fürs Kurhaus-Gelände

Das Rondell im Wildunger Kurhaus. Foto: Schuldt/Archiv

Bad Wildungen. Stadtverordnete Regina Preysing unterstützt, auch im Namen des Stadtverbandes ihrer Partei, die Forderung von Wildunger Ärzten nach einem Zukunftskonzept für den Gesundheitsstandort Bad Wildungen.

In dem Zusammenhang kritisiere die Linke den geplanten Verkauf des 16 000 Quadratmeter großen Kurhaus-Geländes samt Immobilie an eine Gruppe aus Projektentwickler, Betreiber und Investor, die ein neues Hotel an dieser Stelle bauen wollen.

Erster Knackpunkt aus Sicht der Linken ist die Tatsache, dass die Gruppe die Kurhaussäle nicht erhalten und einbeziehen, sondern das gesamte Gebäude abreißen will. Weder Projektentwickler noch Betreiber ließen erkennen, dass sie sich mit den Wildunger Anforderungen auseinandersetzen würden.

Tagungshotel: „Kein Nutzen“

Preysing wirft der Gruppe darüber hinaus vor, das Hotel nicht touristisch auszurichten, sondern auf Tagungsgäste abzuzielen. Diese bringen aus Sicht der Linken „keinerlei Nutzen“, weil sie weder Kurtaxe zahlten noch Einzelhandelsumsätze oder Nachfolge-Tourismus auslösten.

Den Bau von Eigentumswohnungen auf dem Gelände lehnen die Linken ebenfalls ab. Preysing: „Sie dienen nur dem Interesse des Investors, schnell Rendite zu erzielen.“

Die Parlamentarierin bemängelt „Konzeptionslosigkeit für die Entwicklung unserer Stadt“. Das macht sie an dem Umstand fest, dass die Initiative zu einem Tagungshotel vom Stadtmarketing ausgegangen sei.

„Das Kurhaus wurde auch mit Steuergeldern errichtet. Die Kurhaussäle sollten wir unbedingt weiter nutzen für Kultur und Wissensaustausch“, fordert Preysing. Das Kurhaus und seine Umgebung dürften nicht in eine „rendite-fokussierte Groß-Immobilie umgewandelt werden“. Wildunger Interessen, auch die von Wildunger Investoren oder Betreibern, müssten Vorrang haben, meint Preysing. Sie ist als Heilpraktikerin im Reinhardshäuser Hotel „Aquavita“ der Göbel-Gruppe tätig.

Lehnt am Ende eine Mehrheit der Stadtverordneten die noch vorzulegenden, ausgearbeiteten Hotelpläne ab, stünde wieder die Reaktivierung des Kurhauses in städtischer Hand auf der Tagesordnung. Inklusive des Abrisses der nicht mehr benutzbaren und nicht mehr benötigten Bäderabteilung würde das laut Gutachten von 2016 rund 10 Millionen Euro kosten. Inzwischen fiele diese Summe aber wohl noch höher aus, meint der Wildunger Bauamtsleiter Klaus Weidner auf Nachfrage.

Die Stadt hat unterdessen mit Architektin und Projektentwickler weitere Details der Hotelplanung auf dem Kurhausgelände besprochen. Unter anderem wurden Fragen wie die nach möglichen Altlasten geklärt, berichtet Bürgermeister Volker Zimmermann auf Anfrage. Die Gesprächspartner haben sich zudem auf einen Zeitplan für das weitere Vorgehen geeinigt. Vor der Sommerpause sollen die Detailpläne für das Vorhaben auf dem Tisch liegen. Vor der Sommerpause wollen sich dann auch die Investoren sowohl dem Magistrat als auch dem Ältestenrat vorstellen, bestehend aus den Fraktionsvorsitzenden des Parlamentes. Die Gegner des Projektes bemängeln immer wieder, dass die Geldgeber sich bis heute nicht einmal dem Bürgermeister zu erkennen gegeben haben. „Ich habe Verständnis dafür. Die Investoren wollen erst in Erscheinung treten, wenn die Baupläne weit genug gediehen sind“, sagt Zimmermann. Im Weiteren lautet das Ziel, diese Pläne im August in den städtischen Gremien zu beraten.

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