Verbindungen zwischen Reinhardshausen und Stadtteilen

Wildunger Parlament beschließt neue Radwege und berät über Knackpunkte

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Kleine Verkehrsinsel, Tempo 100 erlaubt: Hier führt der Radweg Richtung Reinhardshausen, der entlang des Pärrner Weges ausgebaut werden soll, über die Kreisstraße 43.

Einstimmig billigte die Stadtverordnetenversammlung die Pläne des Bauamts für neue Radwege zwischen Reinhardshausen, Odershausen, Hundsdorf, Armsfeld und Bergfreiheit.

  • Das Wildunger Parlament hat neue Radwege zwischen Reinhardshausen und anderen Staddteilen wie Odershausen beschlossen
  • Geprüft wird im Fall des "Wölftegrundes" von Reinhardshausen eine Alternativroute, weil dort viele Kurgäste und Bewohner von Pflegeheimen spazieren gehen
  • Der ADFC Hessen rät zur Rücksichtnahme auf gemeinsamen Fuß- und Radwegen
  • Radfahrer und E-Biker müssen auf solchen Wegen bei Begegnungen mit Fußgängern langsamer fahren und auf sich aufmerksam machen.

Bad Wildungen – Das auffälligste Projekt besteht im Ausbau des Trampelpfades entlang des Pärrnerweges zwischen der alten Ziegelei an der Kreisstraße 43 und dem Ortseingang Odershausen.

Heikelste Stelle der Strecke: das Überqueren der Kreisstraße Richtung Reinhardshausen. Obwohl dort eine Verkehrsinsel liegt, „kommt es immer wieder zu kritischen Situationen“, erklärte Horst Reis von den Freien Wählern. Kürzlich erst habe er eine Familie mit einem Kleinkind im Fahrradanhänger an dieser Stelle beobachtet, an der Tempo 100 auf Landstraßen gilt. Sie habe sich sichtlich unsicher gefühlt.

Heikle Stelle auf der Kreisstraße 43

Der Beschluss des Wildunger Parlamentes umfasst deshalb auch mehr Schutz für den Radverkehr an diesem Punkt für die Zukunft. Die Verwaltung soll sich beim Kreis dafür einsetzen, etwa ein Tempolimit von 70 km/h auszuweisen, Warnschilder für den Autoverkehr aufzustellen und mehr Platz zu schaffen, damit Radfahrer beruhigt auf der Verkehrsinsel den Moment für das sichere Queren der zweiten Fahrspur abwarten können.

Alternativroute zum Wölftegrund prüfen

Einstimmig akzeptierte das Wildunger Parlament zudem einen Ergänzungsantrag der Freien Wähler. Auch in diesem Fall dreht es sich um mehr Sicherheit, allerdings für Fußgänger im Verhältnis zu Radlern und E-Bikern. Die Route durch den „Wölftegrund“ bereitet den FW und Ortsbeiräten Sorgen, schilderte Horst Reis: „Der Wölftegrund dient vielen Anwohnern von Reinhardshäuser Pflegeheimen sowie vielen Kurgästen als beliebter Spazier- und Wanderweg.“ Künftig soll er auch für den Rad- und E-Bike-Verkehr als Route Richtung Hundsdorf ausgewiesen werden.

„Wir fürchten, dass es zu vielen Konflikten und kritischen Begegnungen kommt, gerade mit Menschen im Rollstuhl oder am Rollator“, sagte Reis.

Die Verwaltung soll darum prüfen, ob der Fahrrad- und Pedelec-Verkehr stattdessen auf eine andere Trasse zwischen Reinhardshausen und Haselnköppel verlegt werden kann. Das erachteten auch die übrigen Stadtverordneten-Fraktionen für sinnvoll.

Freie Wähler: Weitere Wildunger Stadtteile anbinden

Über das verabschiedete Konzept hinaus wünschen sich die FW zusätzliche Trassen zum Anbinden weiterer Stadtteile und der Nachbarschaft ans Wildunger Radwegenetz: Dülfershof, Frebershausen, Hüddingen, Haina und Frankenau etwa.

Die Regeln auf einem Rad- und Fußweg

Auf einem Rad- und Fußweg hat der „stärkere“, also schnellere Verkehrsteilnehmer Rücksicht zu nehmen, geht aus der Straßenverkehrsordnung hervor. „Nähere ich mich auf dem Rad oder Pedelec Fußgängern, mache ich mich bemerkbar und fahre langsamer“, erklärt Norbert Sanden, Geschäftsführer des ADFC Hessen.

Im Zweifel heiße es absteigen und schieben. Gleiches gelte auf frei gegebenen Feldwegen mit Blick auf Schlepper. „Als Radfahrer warte ich an der Seite, wenn´s eng wird“, sagt Sanden. 

Die Realität auf Rad- und Fußwegen

Die Realität stellt sich anders dar. Pedelecs fahren im hohen Tempo dicht an Wanderern vorbei. Nicht selten klingt dazu aus dem Sattel ein Satz wie „Muss man sich so dahin stellen?“ 

Fußgänger dürfen aber die gesamte Breite des Weges nutzen, müssen weder im Gänsemarsch laufen noch sich an die Seite drücken, um E-Bikern das Durchfahren ohne Bremsen zu ermöglichen. 

Lösungen für Konflikte auf Rad- und Fußwegen

„Darum plädieren wir für getrennte Wege, wo es möglich ist“, fügt Sanden hinzu. Dem setze in der Fläche die Frage der Finanzierung Grenzen. Und in Tourismusregionen, etwa am Edersee, fehle außerdem häufig der Platz. Bewusstsein schaffen für einen rücksichtsvollen Umgang miteinander, sei darum sehr wichtig, fügt er hinzu. Wenn das wirken soll, „darf es aber nicht bei einmaligen Aktionen bleiben, sondern die Verkehrsteilnehmer müssen regelmäßig an Ort und Stelle angesprochen werden“, meint Sanden.

 Ein Risiko bergen auch mangelnde Fertigkeiten der Fahrer im Umgang mit ihrem neuen Pedelec. Weil sie zu schnell unterwegs sind, trägt es Unerfahrene etwa in engeren Kurven auf die Gegenseite. Sanden rät daher, vorm Umstieg aufsE-Bike ein Fahrseminar zu belegen, um Sicherheit zu gewinnen.

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