Bewährtes "Heilmittel" aus dem Ausland in der Badestadt eingeführt

Wildunger Stadtklinik gibt OP-Patienten im Aufwachraum ein leckeres Eis aus

Patientin Elke Ullrich freut sich im Aufwachraum über ein kühlendes Wassereis. Rechts Dr. Hartmut Lotz, links Anästhesie-Pflegekraft Bianca Wiedehold. Foto: Asklepios/Michailidis

Bad Wildungen. Ein leckeres Eis nach einer OP? Von Mandeloperationen kennt man das zwar schon, aber in der Asklepios-Stadtklinik verordnen sich ab sofort frisch Operierte aller Fachrichtungen dieses „Medikament“ selbst.

Die Anästhesisten, die Narkoseärzte, machen es möglich. Sie setzen auf Wassereis, damit sich die Patienten nach dem Eingriff rasch besser fühlen.

Dr. Hartmut Lotz, Chefarzt der Abteilung für Anästhesie, Intensiv- und Notfallmedizin, hat angeregt, den wieder zu sich Kommenden im Aufwachraum Eis in unterschiedlichen Geschmacksrichtungen anzubieten: „Studien haben belegt, dass die kühle Erfrischung nach einer OP ausschließlich positive Effekte erzielt.“ Die Beatmung während der Operation reize die Schleimhäute im Hals. Das kühle Eis lasse sie schneller wieder abschwellen, erklärt der Mediziner.

Der leere Magen vor der Operation und die Narkose selbst hinterließen zudem oft einen unangenehmen Geschmack im Mund. Das Wassereis mildere ihn ab und es rege den Speichelfluss wieder an. „Gleichzeitig wirkt die kühlende Flüssigkeit antiemetisch, sprich, sie hilft gegen eventuell aufkommende Übelkeit“, erläutert der Chefarzt.

Patienten nach der Operation ein Wassereis anzubieten, ist in den USA, Großbritannien und den Niederlanden schon länger üblich. In Deutschland ist dieser Trend noch recht neu. Die erste Resonanz der Wildunger Patienten ist klar positiv, teilt die Stadtklinik mit. Sie fühlen sich schneller wieder fit.

Im Optimalfall reduziere das Eis sogar den Einsatz von Schmerzmitteln. „Das Eis hat mir richtig gut getan“, berichtet Patientin Elke Ullrich nach ihrer Operation: „Ich habe mich gleich wohler gefühlt und konnte sogar ein Schwätzchen mit Schwester Bianca halten.“

Durchschnittlich verteilt das Team im Aufwachraum nun täglich 20 Wassereis. „Auf das Jahr hochgerechnet gehen wir von zirka 2 000 Eis aus, die an unsere Patienten ausgeteilt werden“, schätzt Hartmut Lotz. (r)

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