Gemeinsames Projekt mit dem Staatstheater Kassel und dessen Tanzclub

Wildunger Stresemann-Gymnasiasten tanzen die Revolution wie die Profis

Sich mit dem Körper ausdrücken, im Tanz Geschichten erzählen und Figuren lebendig werden lassen: All das lernen die jungen Wildunger beim Projekt mit dem Staatstheater in Kassel. Foto: Bettina Wienecke

Bad Wildungen. Aufführungen im Staatstheater Kassel zu besuchen und später eine Rezension über die Stücke zu schreiben; das zählt seit Langem zum Programm im Unterrichtsfach „Darstellendes Spiel“ am Stresemann-Gymnasium. Zum ersten Mal wechselt nun ein Kurs die Seiten:

Heraus aus dem Zuschauerraum, hinauf auf die Bühne. Mit Tanztheater. Am 6. Februar ist Premiere im Kasseler „tif“, am 7. Februar folgt die zweite Vorstellung.

Sieben Stunden Training

„Das Training ist richtig anstrengend“, sagt Antonia Jaeger. Es sei etwas ganz Anderes, ob man in der Schule oder in der Tanzschule tanze oder ob man plötzlich trainiere, als gehe man seinem Beruf nach.

50 Stunden übten die Jugendlichen mit ihrem Lehrer Matthias Pflüger an der Schule für das Stück. Dann schlossen sich fünf Einheiten zu je sieben Stunden im Probenraum des Staatstheaters an. „Sonntags um 6 Uhr aufstehen, mit dem Bus nach Kassel und dann von 10 bis 17 Uhr trainieren“, beschreibt Tabea Segeler den Ablauf.

Hochkonzentriert geht es zu, sind sich die jungen Leute einig. Agnetha Jaunich, Tanztheaterpädagogin am Staatstheater, achte auf jedes Detail. Wiederholungen, bis alles sitzt, prägen das Training. „Wir sollen mehr auf Körperspannung achten, sagt sie uns immer wieder“, erzählt Johanna Schäfer. Dem intensiven Aufwärmen folgt Tanzen über Stunden. Was die Jugendlichen getan haben, spüren sie am nächsten Tag erst richtig, fügt die Oberstufenschülerin hinzu: „Am Muskelkater.“

Daniel Rick weiß die Kunst professioneller Tänzer seitdem ganz anders einzuschätzen: „Man begreift, wie viel Training dahinter steht, wie viel körperliche Leistung, bis Moves und Schritte passen.“ Disziplin sei gefordert, „denn es soll beim Publikum professionell rüberkommen“, ergänzt Amelie Geise.

Ein Ziel vor Augen

Trotz, nein, wegen solcher hohen Anforderungen stecken die Wildunger Schüler voller Elan und Leidenschaft für das Projekt. „Man hat ein Ziel vor Augen, wir wollen bei dieser Vorstellung was zeigen“, bringt es Lika Melashvili auf den Punkt und Marcel Göttlicher betont: „Es ist schön, die Erfolge des Trainings zu spüren, dass man weiter kommt und dass wir stolz auf unsere Leistung sein können.“

Und diese Leistung reicht weit über die sportlichen Aspekte des Tanzens hinaus, wie Kurslehrer Matthias Pflüger unterstreicht: „Diese Form zu tanzen bedeutet, sich über den Körper auszudrücken, Figuren darzustellen und Geschichten zu erzählen.“ Am Montag betreten die Jugendlichen mit diesen Geschichten zum ersten Mal die Bühne des „tif“, zur Generalprobe. Zuvor steht noch das erste gemeinsame Training mit dem „Tanzclub“ des Kasseler Staatstheaters an, mit dem zusammen die Wildunger Schüler das Stück „What ist your revolution?“ aufführen.

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