Gruppe Thespiskarren mit professionellem Team

Wildunger Theaterprojekt bringt Insektensterben auf die Bühne

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Proben unter Corona-Bedingungen: Die Vorbereitungen zu dem Theaterprojekt „Insection“ laufen seit längerem. Ein breit angelegtes Konzept steht dahinter.

"Insection" heißt das neue Theaterprojekt, das der Wildunger "Thespiskarren" gemeinsam mit einem professionellen Team inszeniert: Es thematisiert das Insektensterben.

Bad Wildungen – Eine ihrer Aufgaben sehen die Mitglieder des Vereins „Thespiskarren“ von jeher darin, Theater- und Kulturprogramme in vielen Spielarten in Bad Wildungen und seinen Stadtteilen zu präsentieren. „Insection“ heißt das aktuelle Projekt in diesem Rahmen. Seit geraumer Zeit arbeiten Thespiskarren-Mitglieder gemeinsam mit einem professionellen Leitungsteam daran. Annika Schäfer, die Tochter des Thespiskarren-Gründers und Vorsitzenden Bernhard Schäfer, hat das experimentelle Bühnenprojekt ins Leben gerufen. Es greift das Insektensterben auf.

Bernhard Schäfer macht darauf aufmerksam, dass Insekten zu den erfolgreichsten Lebewesen der knapp 4 Milliarden Jahre alten Evolutionsgeschichte auf dem Planeten gehören und 80 Prozent der heimischen Blütenpflanzen auf deren Bestäubung angewiesen seien. „So gewinnt die Frage nach den vielfältigen Beziehungen, die wir mit der artenreichsten Gruppe mehrzelliger Lebewesen führen, eine ganz besondere Bedeutung“, meint Schäfer. Das Thespiskarren-Projekt „Insection“ frage danach, welche theatralen und sprachlichen Verfahren sich dazu eignen, die Welt der Insekten greifbar und somit für eine gesellschaftliche Diskussion begreifbar zu machen. Annika Schäfer, die Regisseurin des Projektes: „Wir begeben uns auf die Suche nach künstlerischen Imaginationsräumen, um dieser widersprüchlichen Beziehung und den ‘stummen’ Insekten eine Stimme zu geben.“ Das Projekt wolle nicht nur von Insekten erzählen, sondern sie selbst erzählen lassen. Dazu nutzen die Beteiligten die literarische Auseinandersetzung, multimediale Annäherungen genauso wie die spezifischen Ausdrucksformen der Insekten: die Tänze von Bienen, das Zirpen der Grillen und ihre Kommunikation über Geruchsstoffe, die „Pheromone“. Die Gruppe recherchiert dafür intensiv und tauscht sich mit heimischen Expertinnen und Experten aus. Erfahrungen, Anekdoten und Anregungen aus der Wildunger Bevölkerung sind willkommen und sollen eingebaut werden.

Die Besucher von „insection“ werden auf diese Art und Weise zu einem theatralen Museumsbesuch eingeladen, bei dem sich alles um Insekten dreht. Die Inszenierung geht in vier verschiedenen „Ausstellungsräumen“ auf diverse Aspekte aus der Welt der Insekten ein vor dem Hintergrund der aktuellen Probleme. „Klassische“ Theaterszenen wechseln sich dabei mit akustischen, musikalischen, kulinarischen wie visuellen Ausstellungsstücken ab. -szl-

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