51-jähriger Angeklagter setzte bei Tat drei Küchenmesser ein

Wildunger wegen Mordversuchs vor Gericht: Messer-Attacke auf die eigene Ehefrau

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Im Kasseler Landgericht, im Bild der Flur vor den Verhandlungssälen, begannt der Prozess wegen Mordversuchs, den ein Wildunger an seiner damaligen Ehefrau im April 2018 begangen haben soll.

Bad Wildungen/Kassel – Ein 51 Jahre alter Krankenpfleger aus Bad Wildungen und gebürtiger Frankenberger steht seit Dienstag wegen einer Messerattacke vor Gericht.

Er muss sich für Mordversuch in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung vor der zehnten großen Strafkammer des Landgerichts Kassel verantworten. Am 21. April 2018 stach er laut Anklageschrift in der gemeinsamen Wohnung mit Küchenmessern auf seine zwei Jahre jüngere, damalige Ehefrau ein.

Der Grund: Sie wollte sich von ihm trennen. Der Angeklagte gab vor Gericht an, sich nicht an den folgenschweren Angriff auf seine Frau zu erinnern. Die beiden hatten sich zu einem klärenden Gespräch über Einzelheiten der Trennung verabredet. Durchgehend in Stimmlage und Tonfall wie dem Weinen nahe, sagte er unter anderem, er wisse nicht, wann er das Messer aus der Küche geholt habe und was geschehen sei: Seine Erinnerung setze erst wieder damit ein, dass er ins entsetzte Gesicht des jungen, iranischen Nachbarn blicke.

Dieser rettete der um Hilfe schreienden Frau mutmaßlich das Leben, indem er den Angreifer, der auf ihr saß und weiter zustechen wollte, von hinten umklammerte und vom Opfer wegriss. So beschrieb es die Staatsanwaltschaft. Die Aussage der Frau vor Gericht offenbarte eine sehr brutale Beharrlichkeit, mit der ihr Ex-Mann versucht habe, sie zu töten.

Auf der Couch sitzend, zog er unvermittelt ein Keramik-Küchenmesser aus der Hosentasche, um es der Wildungerin in die Brust zu stoßen. Sie griff in die Klinge und lenkte sie aufs Brustbein ab, wo das Messer brach.

Die Frau floh. Der Mann packte sie, setzte sich in der Küche auf sie, griff aus der Besteckschublade zwei weitere Messer und stach erneut "wie im Rausch", so die Zeugin, auf sein Opfer ein. Vom Tumult alarmiert, griff der junge Nachbar ein. Die Wildungerin rettete sich in den Waschraum und schloss sich ein, bis die Polizei den Angreifer festgenommen hatte. 

Langjähriger Alkoholmissbrauch, krankhafte Eifersucht und  psychosomatische Erkrankungen beim Angeklagten: Das alles wurde thematisiert während der Schilderung der Ehe vor Gericht,  deren Scheitern in der Gewalttat gipfelte. -su-

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