Gestaltungswettbewerb für Kreisverkehrsplätze: Preisträger ausgezeichnet

Wildunger Wurfstern am Wäschebach

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Wurfstern am Wäschebach, Wiedererkennungseffekt am Lindentor: Andreas Kopp, der schon in Dublin und in der Kölner Arena Akzente setzte, hatte nach Ansicht der Juroren die besten Ideen. Der Paderborner wurde mit dem ersten Preis ausgezeichnet.Fotos: Höhne

Bad Wildungen - Der Wildunger Stern leuchtet am Wäschebach, ein abstrakter Torrahmen am Lindentor lädt ein zu einem Blick auf das „wehrhafte Wildungen“, Kontraste skizziert ein blaues Karussell - die Ergebnisse des Gestaltungswettbewerbs für zwei Verkehrskreisel lassen aufhorchen.

Neun Teilnehmer haben ihre Entwürfe eingereicht. „Die Jury hat etliche Stunden getagt“, sagte Bürgermeister Volker Zimmermann bei der Preisvergabe des Gestaltungswettbewerbs am Dienstagnachmittag im Rathaus.

Den ersten Preis, der mit 3000 Euro dotiert ist, erhält Andreas Kopp aus Paderborn. Seine Idee für den Wäschebachkreisel: Ein 3,30 Meter großer, golden funkelnder Stern des Wildunger Stadtwappens aus poliertem Edelstahl.

„Am Wäschebach vor Schmidts Berg muss etwas Markantes stehen“, diese Erwartung der Jury wurde laut Bürgermeister Volker Zimmermann voll und ganz erfüllt. „Der Wurf­stern, der sich in die Grünfläche des Kreisels bohrt, hat uns sehr beeindruckt.“

Am Lindentor präsentiert Kopp das Stadtwappen aus anderer Perspektive. Hier ist der Stern keine Skulptur, sondern ausgeschnitten aus einer überdimensionalen Markierungsnadel, die bei der Navigation verwendet wird. Insgesamt 13 bunte Markierungsnadeln zieren den länglichen Kreisel. „Er ist vom Zuschnitt ähnlich wie das Wildunger Stadtgebiet - jede Nadel markiert einen Ortsteil“, erläutert der freischaffende Künstler, der unter anderem den „Marked Tree“ in Dublin entwarf und in der Kölner Arena gestalterische Akzente setzte. Sein Wildunger Entwurf mit Anspielung auf Navigationssysteme trägt den Titel: „Sie haben Ihr Ziel erreicht.“

Der Stern aus dem Stadtwappen habe einen hohen Identifikationscharakter, er biete sich für die Gestaltung geradezu an, kommentierte der bildende Künstler seine Idee. „Für den Fremdenverkehr ist das ein griffiges Signal.“ Platz zwei mit je 1500 Euro Preisgeld wurde zweimal vergeben für sehr unterschiedliche Entwürfe. Michael Göbel (Kassel) nennt sein Modell eines für die Nacht geschlossenen, blau gefärbten Karussells „In Erwartung“. Das Kunstwerk am Wäschebach soll auf den Kurbetrieb hinweisen, auf Einschränkungen in körperlicher, psychischer und sozialer Hinsicht sowie den damit verbundenen Ortswechsel von Gästen für eine zeitlich begrenzten Ausstieg aus dem Kreislauf des Alltags. Zweiter Preisträger auf Platz zwei wurde das Bad Wildunger Büro jsp-Architekten. Markus Jungermann stellte den Beitrag mit dem Titel „Wehrhaftes Wildungen“ vor. Er nimmt Bezug auf das historische Lindentor. Die Gestaltung des Kreisels lehnt sich an den Verlauf der Stadtmauer an.

Bis zum Jahresende im Rathaus ausgestellt

Einen Sonderpreis erhielt die Familie Sperling für eine Collage, an der alle Familienmitglieder mitgewirkt hatten. Der Lohn: Familienkarten für das Heloponte. Weitere Entwürfe beschäftigten sich unter anderem mit den 22 Heilquellen und Quellsteinen. Neben Skizzen und Modellen wurden auch Skulpturen präsentiert.

Die Jury traf Anfang September eine Vorauswahl und hatte zehn Wettbewerber zu konkreten Vorschlägen aufgefordert, neun haben anonymisiert teilgenommen, meist mit Vorschlägen zu beiden Kreiseln. Alle abgegebenen Arbeiten werden noch bis zum Jahresende im Foyer des Rathauses präsentiert. Über die endgültige Umsetzung der Arbeiten „Wildunger Stern“ und „Sie haben Ihr Ziel erreicht“ entscheidet die Stadtverordnetenversammlung.

Von Conny Höhne

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