17 Jahre alte Windräder bei Sachsenhausen und Hof Heide werden durch doppelt so große Anlagen ersetz

Windgiganten wachsen in den Himmel

+
Baukräne wie aus der Spielzeugkiste: Das imposante Hochbau-Projekt am Stadtrand von Sachsenhausen bei Hof Heide.

Waldeck-Sachsenhausen - Gigantische Türme wachsen am Stadtrand von Sachsenhausen in den Himmel. Beinahe zierlich muten von fern die alten Windräder an, die von wuchtigen Kolossen ersetzt werden. Die neuen Energietürme sind mehr als doppelt so groß und liefern, wenn sie dann am Netz sind, etwa viermal soviel Strom.

Nach 17 Jahren werden die drei alten Windmühlen bei Hof Heide ausgetauscht - im Fachjargon: Repowering. Acht Gesellschafter aus der Region hatten im Jahr 1996 den Sprung ins kalte Wasser gewagt. „Wir wussten damals nicht, was auf uns zukommt“, sagt Karsten Schmal rückblickend. Der Landwirt ist einer der Investoren in der Betreibergesellschaft.

Mit dem Standort auf der Höhe, wo der Wind beständig die Rotorblätter kreisen lässt, landeten die Betreiber offenbar einen Glücksgriff. Die Windausbeute sei etwa 20 Prozent höher als bei Anlagen desselben Typs wenige Kilometer entfernt in Nieder-Waroldern, vergleicht der Sachsenhäuser. Auf eine Nennleistung von 600 Kilowatt brachte es ein Windrad im Jahr. „Alle drei Windmühlen versorgten statistisch gesehen etwa 1200 Haushalte“, erläutert Bodo Wagener von der Betreibergesellschaft.

Baukräne wie Spielzeug

Aber die Tage der alten Energietürme sind gezählt. Die 17 Jahre alten Anlagen mit 60 Metern Nabenhöhe und 40 Metern Rotor-Durchmesser haben ausgedient. Neue und ausgereiftere Technik auf weitaus wuchtigeren Türmen ist im Bau. Sie löst in Kürze die bisherigen Energieerzeuger ab. Mehr als doppelt so hoch werden die neuen Kolosse mit einer Nabenhöhe von beeindruckenden 138 Metern und stolzen 80 Metern Rotor-Durchmesser. Die neuen Anlagen stehen auf wuchtigen Fundamenten - außen 32 Meter im Durchmesser, innen 16 Meter. Wie aus einer Spielzeugkiste muten von Ferne die Baukräne an, die die tonnenschweren Fertigbetonteile auf die Turmspitze hieven. Mit einem 102-Meter-Kran wurden die ersten Teile aufgesetzt, für größere Höhen rückte ein 150-Meter-Kran an.

Rund 3,6 Millionen Euro investiert die Betreibergesellschaft in das Repowering. Die drei bestehenden Anlagen werden durch eine größere ersetzt. Dreht sich der Rotor dann im Wind, versprechen sich die Investoren eine Leistung von 2,3 Megawatt und somit fast viermal soviel Ertrag wie von einem Vorgängermodell. Bauherren von zwei weiteren Windmühlen auf dieser ausgewiesenen Windvorrangfläche sind die Firmen Enercon und Lehnpower.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare