Edertal

W.I.R. Edertaler: Politik anders machen

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- Edertal (su). Sie wollen keinem an die Politik-Karre fahren, sagen sie. Aber: Sie wollen eine veränderte Informations-Kultur in der Edertaler Kommunalpolitik, einen anderen Stil im Parlament – und sie wollen eine neue Vorgehensweise ausprobieren: Bürger beteiligen sich über Projektarbeit unmittelbar an Politik. Damit tritt die neue Wählergruppierung „W.I.R. Edertaler“ an.

16 Frauen und Männer kandidieren auf der Liste Ende März für die Gemeindevertretung. Keine festen Parteistrukturen, kein Abstimmungs- und Fraktionszwang, keine feste Mitgliedschaft – all das soll zu den Prinzipien der Gruppe gehören; auch in Zukunft.Nur wenige auf der Liste haben kommunalpolitische Erfahrung. Dazu zählt Holger Blume auf Platz eins, seit einigen Jahren Gemeindevertreter, aber während der Legislaturperiode aus der CDU-Fraktion ausgeschieden. „Eigentlich wollte ich aufhören, aber im Gespräch mit anderen Bürgern habe ich gemerkt, dass ein Bedarf vorhanden ist, etwas Neues zu versuchen.“

Irmgard Althoff, über viele Jahre Ortsvorsteherin von Kleinern, sieht das ebenso und hat sich auf Platz sechs aufstellen lassen. „Unabhängig davon, ob wir den Einzug ins Parlament schaffen oder nicht, wollen wir mit unserer begonnenen Arbeit weitermachen“, sagt sie.Das „W.I.R“ im Listennamen steht für „Wir informieren rechtzeitig“, denn genau daran hapert es aus Sicht der Gruppe, macht Bernd Mette (Listenplatz fünf) deutlich: „Man hat als Zuschauer den Eindruck, im Parlament wird nichts mehr ausdiskutiert.“ Einige wenige Politiker nur meldeten sich zu den anstehenden Themen, doch die Entscheidungen seien offenbar zuvor schon im Gemeindevorstand, in den Ausschüssen und im Ältestenrat gefallen.

„W.I.R. Edertaler“ möchte diese Debatten zurückholen ins Parlament mit dem Ziel, die Bürger früher zu informieren und ins Boot zu bekommen. Die Irritationen um die Kläranlagenbeiträge sind für die Gruppe ein Beispiel: „Warum wurde nicht offiziell im Beitragsbescheid darauf hingewiesen, dass für bestimmte einzelne Flurstücke bis zur endgültigen Bebauung eine zinslose Stundung möglich war?“, fragt Mette. Beim Abwassersplitting (der neuen, getrennten Gebührenberechnung von Brauch- und Niederschlagswasser) und den Folgen tauchten vergleichbare, dringende Fragen bei vielen Bürgern auf. „Das wurde bei unseren Wahlveranstaltungen deutlich“, sagt Blume. Die öffentliche Bürgerinformation von Bürgermeister Wolfgang Gottschalk zu diesem Thema sei ein Schritt in die richtige Richtung gewesen.

Kontakt: www.wir-edertaler.de, Jens Schulze, Hangweg 12, Hemfurth, 05623-9733230

Mehr lesen Sie in der WLZ vom Dienstag, 22. Februar

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