Waldecker Jagdhornbläserinnen und -bläser eröffnen mit Weinfest ihre neue Waldschule auf Köhlers Hof

Den Wissensdurst auf die Natur stillen

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Waldeck-Sachsenhausen - Nein, Langeweile oder routinemäßiges Abspulen von Festen gibt es bei den Waldecker Jagdhornbläsern nicht.

Abwechslung ist Programm bei den 24 aktiven Damen und Herren an ihren Blechinstrumenten, „und wenn wir feiern, sind wir doppelt so viele, die mit anpacken, dank unserer vielen Helfer“, sagte Leiter Rolf Oschinski beim Weinfest auf Köhlers Hof.

Die Bläserinnen und Bläser ließen mit der Einladung dazu eine Tradition des früheren Sachsenhäuser Winzerclubs aufleben, die vor zwei Jahren zu Ende gegangen und aus der 750-Jahr-Feier des Ortes einst hervorgegangen war. Zugleich beschloss das Jagdhorn-Ensemble, das Weinfest mit seinem ureigenen Metier zu verbinden: Wald und Wild.

Allen voran hatten Karl-Heinz Isenberg und Wilhelm Köhler im Winter einen Raum auf dem Hof mit Tierpräparaten gestaltet. Draußen wurden heimische Bäume gepflanzt und mit Erläuterungstafeln versehen. Diese neue „Waldschule“ für alle Waldecker Kinder und Schulen wurde gestern im Rahmen des Festes in Betrieb genommen. „Gerne nehmen wir auch weitere Exponate an“, fügte Oschinski hinzu und erinnerte an den Erfolg des „Tages des Waldes“ vor vier Jahren. Viele Gäste folgten damals der Einladung der Jagdhornbläser ins Reiherbachtal auf den Waldlehrpfad. 500 Kinder kamen am darauf folgenden Montag, um sich mit heimischen Pflanzen und Tieren näher vertraut machen zu lassen.

Der Waldlehrpfad steht auch bei der nächsten Veranstaltung des Ensembles am Samstag in einer Woche im Mittelpunkt. Um 14 Uhr beginnt eine naturkundliche Wanderung auf dem Pfad. „150 Schilder sind dafür in Arbeit, um auf dem relativ kurzen Weg Erläuterungen zu Bäumen, Kräutern, Moosen und Flechten zu geben. Angesichts so einer Zahl mag man nicht glauben, wie blind man sonst durch die Natur geht“, sagte Oschinski. Auch an dem Samstag werde es im Anschluss Kaffee und Kuchen geben, wenn auch im Stehen.

Bürgermeister Jörg Feldmann zeigte sich einmal mehr beeindruckt davon, „wenn in Eigeninitiative solche schönen Dinge entstehen“. Er räumte ein, ein besonderes Verhältnis zur Jagdhornbläsergruppe zu haben, weil die sich unter anderem bei der Waldecker Präsentation in Wetzlar als perfekt organisiert erwiesen habe und „als einziger Verein auch in Sachen Proviant vorbereitet war, wovon wir alle etwas hatten“. Den Beweis ihrer kulinarischen Kompetenz traten die Damen und Herren bei der Bewirtung im Zuge des Weinfestes bei ihren zahlreichen Gästen erneut an.

Zu den Besuchern zählten die Parforcehornbläserinnen und -bläser aus Vöhl, die unter dem Beifall des Publikums verschiedene Kostproben ihres musikalischen Könnens gaben.

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