15 vollendete und versuchte Delikte registrierte die Polizei

Wohnungseinbrüche häufen sich 2019 in Bad Wildungen

Nicht klappt es bei den Dieben: 15 Einbrüche und Einbruchversuche verzeichnet die Polizei 2019 in Bad Wildungen, eine für die Region einzigartige Häufung im laufenden Jahr. Foto: Aa-w/panthermedia

Uwe Gimpel (CDU) fragte im Parlament, welche Informationen der Stadtverwaltung zur Wildunger Serie von Wohnungseinbrüchen vorlägen: „Ich habe von 15 gehört.“

Bürgermeister Ralf Gutheil verwies darauf, dass die Einbrüche in die Zuständigkeit der Polizei fielen. Aus seiner früheren Berufserfahrung als Kriminalbeamter heraus geht er davon aus, dass die Polizei die heimgesuchten Gegenden der Stadt verstärkt beobachten lässt, etwa auch durch Zivilstreifen. Gutheil berichtete von Gerüchten, denen zufolge Ziele der Einbrecher zuvor durch Flüge von Foto-Drohnen ausgekundschaftet worden seien.

Kein "Täterwissen" zu Einbrüchen preisgeben

Pressesprecher Dirk Richter von der Polizeidirektion Korbach nennt keine Details zum Stand der Ermittlungen. Die Polizei will in solchen Fällen kein mögliches „Täterwissen“ öffentlich preisgeben, zum Beispiel zur genauen Arbeitsweise von Kriminellen. Denn ein Angeklagter könnte sich sonst in einem Gerichtsprozess später leicht darauf zurückziehen, das, was er in einem Verhör gesagt hat, aus der Zeitung oder dem Netz erfahren zu haben.

Gesicherte Fenster, Türen und Alarmsirenen vertrieben Einbrecher

Polizeistation Bad Wildungen und Kripo Korbach bearbeiten die Wohnungseinbrüche gemeinsam. „Im Jahr 2019 sind 15 Anzeigen aus Bad Wildungen eingegangen“, bestätigt Richter. Darin seien sowohl gelungene Einbrüche als auch missglückte Versuche enthalten. Denn in etlichen Fällen scheiterten die Diebe an gut gesicherten Fenstern und Türen, ein ausgelöster Alarm oder einfach nur ein Bewegungsmelder mit Außenleuchte trieb die Einbrecher vorzeitig in die Flucht.

Kein Hinweis auf Drohnen zum Auskundschaften von Einbruchszielen

„Bislang hat kein Geschädigter der Polizei etwas von Drohnen mitgeteilt, die vor einem Einbruch beobachtet worden wären“, stellt Richter klar.

Bekannt sind ihm solche Befürchtungen und Vermutungen aus der Bürgerschaft aber von polizeilichen Info-Veranstaltungen zur Vorbeugung von Einbrüchen.

Wildungen sticht mit der Einbruchserie heraus 

Man könne nicht ausschließen, dass auch schon im vergangenen Jahr Einbrüche auf das Konto derer gingen, die 2019 in Wildunger Häusern und Wohnungen eindrangen. Fest steht, dass keinerlei ähnliche Häufungen von Wohnungseinbrüchen aus anderen Waldeck-Frankenberger Kommunen oder aus dem Nachbarkreis bekannt sind.

Das erhöhe die Wahrscheinlichkeit, dass es sich bei den Einbrechern eher um Einheimische als um reisende Diebesbanden von auswärts handele, räumt Dirk Richter auf Nachfrage ein. Die Ermittlungen der Polizei führten gleichwohl in alle Richtungen.

Verbindung zu Firmeneinbrüchen wird geprüft

In der Zahl von 15 Fällen nicht eingeschlossen sind Einbrüche bei Firmen. So hatten Diebe jüngst einen Tresor und einen Wagen aus einem Autohaus gestohlen.

„Wir gehen nicht davon aus, dass diese Ereignisse mit den Wohnungseinbrüchen in Zusammenhang stehen, schließen es aber auch nicht aus“, erläutert Richter.

"Wachsame Nachbarn" bei Wildunger Einbruchserie gefragt

Arg überschaubar sei die Zahl der Zeugenhinweise. „Deshalb bitten wir die Bevölkerung, unter dem Stichwort ‘wachsamer Nachbar’ die Augen offen zu halten und im Zweifel lieber einmal mehr als einmal zu wenig die Polizei unter der 110 zu alarmieren“, sagt Richter. Auch tagsüber und speziell bei Einbruch der Dämmerung gelte es, aufmerksam zu sein: Halten sich Fahrzeuge oder Personen in einer Siedlung auf, von denen man nicht weiß, was sie dort zu suchen haben? Darauf sollten die Wildungerinnen und Wildunger achten.

Zusammengefasst

– 15 vollendete oder versuchte Wohnungseinbrüche gab es 2019 in Bad Wildungen.

– Die Polizei berichtet noch von keiner heißen Spur zu den Einbrechern.

– Gerüchte über Drohnen zum Auskundschaften der Einbruchsziele bestätigt die Polizei nicht.

– Bad Wildungen steht mit dieser Häufung von Wohnungseinbrüchen 2019 in der Region allein da, was die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass es sich um einheimische Einbrecher handelt.

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