Übrigens - zum 100. der Edertalsperre

Wortestau und Redefluss

- Glückwünsche zum 100. Geburtstag eines mächtigen Bollwerks – die Edertalsperre nimmt die Huldigungen schweigend entgegen. Da zeigt sich wahre Größe.

Technisch sitzen die Festreder bei ihrer Laudatio auf die „Grand Dame der Kaiserzeit“ fest im Sattel. Nur bei der Ortskenntnis hapert es zuweilen.

Jörg Feldmann, Waldecks Rathauschef, wird als „Bürgermeister von Waldberg“ begrüßt. Wenig besser ergeht es dem Chef der Edersee-Touristic. „Günther Claus“ schmunzelt über den Namens-Dreher. Bei dem heimischen Bundestagsabgeordneten klingt rollend ein „r“, wo es gar nicht hingehört, nicht wahr, „Herr Vieseho(r)n“? Korrekt berichtet der Redner indes vom Tosbecken, das glücklicherweise nicht zum Toastbecken umfunktioniert wird. Nix für ungut, lustig war‘s auf der Geburtstagsparty.

Applaus erntet Staatssekretär Rainer Bomba, der – gerade mal halb so alt wie die Edertalsperre – mit einem galanten Hoppser auf die Bühne springt. Der Gast aus Berlin plaudert aus Kindertagen vom Familienausflug im VW-Käfer von Schlüchtern an den Edersee. „Als Achtjähriger war ich beeindruckt von dieser gigantischen Talsperre.“ Und das ist er heute noch von den Finanzen. 17,5 Millionen Goldmark hat der Bau vor 100 Jahren gekostet. „Wenn ich das heute mit dem Hauptstadtflughafen vergleiche – da spielen 17 Millionen überhaupt keine Rolle“, stöhnt er über finanzpolitischen Gigantismus.

Kein Geburtstag ohne Geschenke. Zollstöcke, Regenschirme und Stofftaschen liegen für alle Gäste der Mauerparty zum Mitnehmen bereit. Katrin Urbitsch, Leiterin des Wasser- und Schifffahrtsamts, ruft den Zuhörern am Ende zu: „Bevor Sie die Sitzkissen heimlich einstecken – die dürfen Sie auch behalten.“ Wir sehen uns wieder an der Edertalsperre.

Euer

Sternchen

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