Asklepios Stadtklinik erwartet steigende Zahl von Notfällen, die durchs heiße Wetter bedingt sind

Zehn goldene Ärztetipps für Hitzetage

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Bad Wildungen - Die Notaufnahme der Asklepios Stadtklinik rechnet in diesen Tagen mit vielen Patienten, die akut unter den Folgen der Hitze leiden.

Erste leichte Fälle wurden behandelt. Der Deutsche Wetterdienst hat für Deutschland/Region Hessen aktuell eine Hitzewarnung herausgegeben. Wenn diese Wetterlage etwas länger anhält, steigt erfahrungsgemäß der Anteil von Hitzepatienten an den Notaufnahmen auf etwa zehn Prozent. In früheren Jahren betrug die Quote zeitweise gar bis zu 25 Prozent, teilt die Klinik in einem Pressepapier mit.

„Besonders gefährlich sind der Flüssigkeitsmangel und die direkte Hitzeeinwirkung auf den Kopf“, warnt Dr. Ulf Jonas, Chefarzt Innere Medizin/Kardiologie. Zu wenig getrunken, zu viel Flüssigkeit durch Schwitzen verloren. „Die Patienten klagen über Kopfschmerzen, Schwindel, Kreislaufprobleme und allgemeines Unwohlsein. Aber auch eine Bewusstseinstrübung kann eine ernst zu nehmende Folge der Hitze sein“, erklärt Jonas. Insbesondere Kinder, alte und kranke Menschen müssten in dieser Jahreszeit besonders vorsichtig sein, warnt Jonas.

Die zehn „goldenen Regeln“ der Notfallärzte für den Umgang mit der Hitze:

1. Tragen Sie luftige Kleidung.

2. Halten Sie sich in kühlen Räumen auf.

3. Vermeiden Sie ungewohnte körperliche Anstrengung.

4. Setzen Sie sich nicht der prallen Sonne aus (etwa bei der Arbeit im Garten).

5. Gönnen Sie sich eine verlängerte Mittagspause, eine Siesta.

6. Bevorzugen Sie leichte Kost wie Gemüse, Fisch oder Obst.

7. Trinken Sie mehr als sonst, „immer über den Durst“, aber keinen Alkohol.

8. Bei Hitze verbraucht der Körper mehr Natrium. Deshalb ist es ratsam, natriumreiches Mineralwasser zu trinken und sich eine Extraprise Kochsalz zu gönnen.

9. Tragen Sie eine helle Kopfbedeckung, wenn Sie in der Sonne unterwegs sind.

10. Lassen Sie niemals Kinder oder Haustiere in einem geparkten Auto zurück.

Der Hintergrund dieser Empfehlungen: Ältere Menschen reagieren empfindlicher auf Flüssigkeitsverlust, weil bei ihnen der Anteil von Flüssigkeit am Körpergewicht nur 50 Prozent ausmacht. Bei großer Hitze geht mit dem Körperwasser Natriumsalz verloren. Und zwar vor allem aus den Körperzellen einschließlich Nervengewebe. Diese trocknen regelrecht aus. Man wird dadurch müde und matt, die Reaktionsfähigkeit lässt nach, was unter anderem im Straßenverkehr riskant ist. Im Extremfall kann es zu Verwirrtheitszuständen kommen. Auch das Herz-Kreislauf-System ist gefährdet durch ein Versacken des Blutes mit Blutdruckabfall und durch Eindicken des Blutes mit der möglichen Folge einer Thrombose oder Embolie.

Die Risiken erhöhen sich dadurch, dass im Alter das spontane Durstgefühl nachlässt. In Einrichtungen wie Heimen oder Krankenhäusern wird regelmäßig zum Trinken animiert und anhand von Trinkplänen die Flüssigkeitsaufnahme kontrolliert. Ältere Autofahrer sollten ebenfalls ein Prinzip der Regelmäßigkeit pflegen, nämlich eine Pause zum Abkühlen und Trinken alle zwei Stunden einlegen. Dies ist umso wichtiger, da die fehlende Wärmeabgabe) im überhitzten Auto fatale Folgen für Reaktionsvermögen und Körperkreislauf hat.

Was tun, wenn es zu Hitzschlag oder Kollaps gekommen ist? Dann ist sofort der Rettungsdienst der Feuerwehr unter der Telefonnummer 112 zu verständigen. Der Patient muss an einen kühlen Ort gebracht, seine Kleidung gelockert, er mit feuchten Tüchern gekühlt und mit nicht zu kühlen Getränken versorgt werden, von denen er nicht zu viel auf einmal zu sich nehmen sollte.(r)

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