Erneuter Antrag im Stadtparlament

Zehn Jahre nichts passiert: Wildunger FDP drängt auf Bestattungswald

Der Trend geht zu naturnahen Bestattungen: Die FDP drängt zehn Jahre nach ihrem Antrag auf zeitnahe Umsetzung eines Bestattungswalds in Bad Wildungen. Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Bad Wildungen. Vor zehn Jahren hatten die Liberalen im Stadtparlament einen Bestattungswald beantragt – passiert ist bis heute nichts.

FDP-Fraktionsvorsitzender Jörg Schäfer forderte im Stadtparlament endlich die „finale Planung und Umsetzung eines Friedwalds/Ruheforstes“ in der Bad Wildunger Gemarkung.

Der Trend zur naturnahen Bestattung habe zugenommen, ebenfalls steige die Zahl der Baumbestattungen auf konventionellen Friedhöfen. Seit der FDP-Initiative vor zehn Jahren habe sich in Bad Wildungen immer noch nichts getan, monierte Schäfer. „Bis dato wurde bloß ein Gebiet für solch ein Projekt ausgeguckt.“ Der Bereich am Roten Berg in Altwildungen und oberhalb von Wega komme nach Auffassung der Verwaltung für einen Bestattungswald in Betracht. In der Sitzung am Montagabend in der Wandelhalle beantragte die FDP die zeitnahe Realisierung ihres Antrags.

„Eigentlich hätte die Verwaltung das abarbeiten müssen“, urteilte Walter Mombrei (SPD) zur rechtlichen Situation. Das Geld für einen Bestattungswald war über mehrere Jahre im Haushalt eingestellt und sei irgendwann wieder aus dem Etat verschwunden. Um die Umsetzung endlich durchzusetzen, „hätte es eigentlich keines Antrags gebraucht, Sie hätten lediglich eine Dienstaufsichtsbeschwerde gegen Magistrat und Verwaltung richten müssen“, rief Mombrei dem FDP-Sprecher zu.

Direkter Draht von FDP zu FDP

Klaus Stützle (Grüne) erinnerte an den Urheber, der einst den Bestattungswald ins Gespräch brachte. „Ohne Öl ins Feuer zu gießen: Das war seinerzeit der damalige FDP-Stadtverordnete Volker Zimmermann.“ Dass er den Ruheforst später während seiner Amtszeit als Bürgermeister nicht umgesetzt habe, führte Stützle auf Gegenwind zurück. „Da haben so viele Menschen dran rumgerührt, das ganze Ding ist so was von zertreten worden.“

Stützles Fazit in der aktuellen Debatte: „Wir sollten das Finale jetzt erreichen und den Bestattungswald umsetzen.“

Die Liberalen wollten die Angelegenheit auf diplomatischem Weg klären, merkte Schäfer abschließend an. „Es wäre aber noch einfacher gewesen, von FDP zur FDP mal zu sprechen“, verwies Stadtverordnetenvorsteher Dr. Edgar Schmal auf direkten Draht der Parlaments-Fraktion zu dem amtierenden liberalen Bürgermeister.

Rainer Paulus (SPD) merkte am Rande an, dass Ruheforst und Friedwald geschützte Begriffe sein. „Deswegen sollten wir den Begriff Bestattungswald verwenden, denn der ist nicht geschützt.“

Der Antrag auf Planung eines Bestattungswalds wurde einstimmig beschlossen.

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