Neue Tochtergesellschaft der Stadt nimmt pünktlich zum 1. April die Arbeit auf

Die Zeit für den neuen Wildunger „StadtBus“ ist angebrochen

Testeten gemeinsam einen der neuen Stadtbusse (von links): der Geschäftsführer der neuen „StadtBus Gmbh“ Bernd Wagner, Aufsichtsratsvorsitzender Hartmut Otto und die übrigen Mitglieder des Gremiums Uwe Gimpel, Helmut Simshäuser, Petra Diederich und Gerd Michelsburg. Foto: Schuldt

Bad Wildungen. Ruslan Reimer war der erste Fahrgast in einem der neuen Stadtbusse, die am 1. April an den Start gingen. Er stieg am frühen Oster-Sonntagmorgen am Bahnhof zu, begrüßt von Fahrer Rene Becker. Am „Treffpunkt“ im Scharnier wartete dann kurz vor 10 Uhr der gesamte Aufsichtsrat der ebenfalls neuen, stadteigenen „StadtBus GmbH“ darauf, eine fahrplanmäßige Runde mit Becker am Steuer zu drehen.

Bernd Wagner, Geschäftsführer der im vorigen Jahr gegründeten, 100-prozentigen Tochter der Stadt Bad Wildungen, bereitete mit seinem Team über Monate diesen Tag vor. Es galt neue Fahrzeuge zu kaufen und äußerlich gestalten zu lassen, Verträge abzuschließen, Genehmigungsverfahren zu durchlaufen. Abgesehen von den neuen Bussen spürt der Fahrgast zwar im Alltag wenig davon, doch hat sich hinter den Kulissen auf diese Weise eine Menge geändert.

Zum Stichtag 1. April übergab die Verkehrssparte der BKW – BWV genannt – die Verantwortung für den Stadtbus mit allen Konsequenzen an die neue Gesellschaft. Grund: Das EU-Wettbewerbs- und Vergaberecht ließ die bisherige Konstruktion unter dem Dach der BKW nicht weiter zu. Beide Unternehmen dürfen organisatorisch, finanziell und personell nichts mehr miteinander zu tun haben.

„Wir übernehmen darum weder die alten Busse noch die Fahrer“, erläutert StadtBus-Chef Wagner. Die Stadt stellte 1,335 Millionen Euro netto (ohne Steuern) für den Verkauf von sechs neuen Fahrzeugen bereit. Vier fahren im Liniendienst. Zwei bilden die Reserve.

Die alten Busse gingen an die BKW (BWV) zurück, die sie verkauft. Das Bus-Geschäft der BWV besteht künftig aus dem Betrieb von Überlandlinien, etwa im Auftrag des Nordhessischen Verkehrsverbundes, sowie dem Reisedienst.

Wagners aktuell dringendste Aufgabe lautet, die 15 benötigten Fahrer zu finden. Bisher hat die StadtBus-GmbH mit fünf Kräften Arbeitsverträge geschlossen. BWV-Beschäftigte helfen auf Leihbasis aus. Sie sichern so den Stadtbus-Verkehr mit, doch das stelle nur eine Übergangslösung dar, weil ihr eigenes Unternehmen sie brauche, fügt der StadtBus-Geschäftsführer hinzu.

Die personelle Trennung spiegelt sich auch im Aufsichtsrat der StadtBus-GmbH wider. Dessen Vorsitzender ist nicht etwa der jeweils amtierende Wildunger Bürgermeister, wie bei der BKW, sondern der Erste Stadtrat. Dieser heißt aktuell Hartmut Otto. Vervollständigt wird das Kontrollgremium derzeit durch Petra Diederich, Uwe Gimpel, Gert Michelsburg und Helmut Simshäuser.

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