Bürgermeister: Repräsentationsbau plus zwei Wandelhallen für Bad Wildungen zu teuer

Zwei Interessenten für Hotelbau auf Kurhausgelände

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Bad Wildungen - „Ich habe das Licht im Saal angeschaltet und gedacht: Eigentlich kann es nicht wahr sein.“

So beschreibt Volker Zimmermann seinen Rundgang kürzlich im Wildunger Kurhaus. Er hat Verständnis für den emotionalen Umgang vieler Wildunger mit dem Symbol- und Veranstaltungsbau, denn für ihn selbst verbinden sich viele schöne Erinnerungen mit dem Gebäude.Er habe deshalb damals als Stadtverordneter gegen die „Rieseninvestition Wandelhalle“ gestimmt, weil damit das Aus für das Kurhaus besiegelt worden sei, fügt er hinzu. „Wir haben zwei Wandelhallen, die wir unterhalten müssen, denn sie stehen mitten in den Kurparks. Das Kurhaus können wir nicht auch noch stemmen“, ist der Bürgermeister überzeugt.Wer sagt, die Stadt könne die notwendigen Investitionen in das Kurhaus allein finanzieren, kenne die finanziellen Dimensionen nicht. „Wir haben uns zum Ziel gesetzt, bis Ende November darüber Klarheit zu haben. Auch dieses Projekt braucht seine Zeit“, unterstreicht Zimmermann.Die Klarheit mündet in den Verkauf des Geländes an einen Privatinvestor, hofft er inständig. An einen Privatinvestor, der an diesem Standort ein Hotel baut und betreibt. Aktuell befinde sich die Stadt in Gesprächen mit Interessenten, „neuen Interessenten.“ 13 mögliche Investoren habe die Stadt in den vorigen Monaten kontaktiert.Zwei mit ernsthaften Absichten seien übrig geblieben, darunter einer, der Hotelprojekte in anderen Kurstädten realisiert hat und sie betreibt. „Wir brauchen ein zusätzliches Angebot von rund 200 Betten im Dreieinhalb- bis Vier-Sterne-Segment. Anders sind die Übernachtungszahlen bei den Privatgästen in der Stadt nicht zu steigern“, sagt Volker Zimmermann. Was geschieht mit dem Kurhaus, wenn die aktuellen Verwertungspläne – wie so manche vor ihnen – scheitern? „Wir haben einen Plan B, aber eine Wiedereröffnung des Kurhauses in alter Funktion kann ich mir nicht vorstellen.“ Teillösungen schließe er dagegen in so einem Fall nicht aus: „Die Bezeichnung ‚alternativlos‘ existiert für mich nicht.“ Einziger Mieter im Komplex ist aktuell die Technische Hochschule Mittelhessen mit ihrem Angebot für duale Studiengänge. Doch angepeilt ist, dass die Hochschule bald in das ehemalige Gebäude der inzwischen aufgelösten Studienakademie Nordhessen in der Eichlerstraße neben der Esso-Tankstelle einzieht. (su)

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