Adorfer bereiten sich auf die 900-Jahr-Feier in zwei Jahren vor

Adorf aus Richtung Norden gesehen: Diese kolorierte historische Postkarte des Dorfes hat Foto Ostermann herausgebracht. Viele heute bebaute Flächen sind noch Wiesen und Felder. In zwei Jahren steht die 900-Jahr-Feier an, die Vorbereitungen laufen schon.

Diemelsee-Adorf. Auf die Ersterwähnung ihres Dorfes vor 900 Jahren blicken die Adorfer in zwei Jahren zurück. Das Jubiläum wollen sie groß feiern – zur Vorbereitung wird am Mittwoch, 26. September, um 19.30 Uhr im Gasthaus „Linde“ ein Verein gegründet. Alle  sind  eingeladen.

Wie alt Adorf ist, lässt sich nur vermuten. Wahrscheinlich ließen sich schon im frühen Mittelalter Siedler im heutigen Dorf nieder. 

Erstmals erwähnt wird „Adorp“ auf einer Urkunde, die der Kölner Erzbischof Friedrich am 9. Februar 1120 ausgestellt hat. In ihr übertragen der Edle Thytmar und die Frau seines 1113 gestorbenen und im Flechtdorfer Kloster beigesetzten Bruders Graf Erpo das Schloss Padberg mit allen dazugehörigen Besitzungen an das Erzstift in Köln. Dazu zählten auch Besitzungen in Adorf, Flechtdorf und Rhenegge. 

Ideen gesammelt

Dieser ersten urkundlichen Erwähnung soll mit verschiedenen Angeboten über das ganze Jahr 2020 verteilt gedacht werden. Zu ersten Gesprächen trafen sich Vertreter aus verschiedenen Vereinen und interessierte Adorfer bei Ortsvorsteher Bernd Becker, der dazu eingeladen hatte. Ideen zusammengetragen Sie haben verschiedene Vorschläge diskutiert, Ideen vorgetragen und in einer Art Brainstorming erörtert. 

Dann beschlossen sie, in der nächsten Sitzung einen Verein zu gründen, der die Planungen, Vorbereitungen und die Umsetzung der 900-Jahr-Feier organisieren soll. Dafür werden noch viele freiwillige Helfer gesucht für die verschiedenen Aufgaben, für Ausschüsse und Arbeitsgruppen. Auch ein Namen für den Verein muss noch gefunden werden. All das wird am 26. September besprochen.

Historische Bedeuung

Adorf gilt schon seit Jahrhunderten als wirtschaftlicher, politischer und kirchlicher Mittelpunkt des Voruplandes. Entsprechend verfügt Das Dorf als schon seit Alters her über viele historische Bauten: Es gab eine Wasserburg, auf deren Grundmauern heute ein Gutshof steht. Es gab eine Befestigung ums Dorf mit drei steinernen Toren und Wällen. Die Johannis-Basilika diente als Wehrkirche auch dem Schutz der Einwohner, auch sie war mit einer Mauer umgeben. 

Mehrere Mühlen zeugen von der wirtschaftlichen Bedeutung Adorfs. An die mehr als 800 jährige Bergbaugeschichte erinnert bis heute die Grube Christiane am Martenberg. Dort wurde Eisenerz abgebaut. 

Die romanische Kirche aus dem 12. Jahrhundert hatte bereits einen steinernen Vorgängerbau – Adorf war auch religiös ein Mittelpunkt, das Kirchspiel reichte einst bis ins Upland, bis 1231 war das Dorf sogar Sitz eines Archidiakons. 

Die Schützengesellschaft datiert sich 504 Jahre zurück – ist möglicherweise noch älter. Und 2017 feierten die Adorfer den 501. Viehmarkt. Es gibt also noch viele historische Gebäude und Einrichtungen. Seit 1971 ist Adorf Verwaltungssitz der Gemeinde Diemelsee, zur Infrastruktur gehören Kindergarten, Schule, Ärzte, Apotheke und Geschäfte.

Gemeinschaftsgeist stärken

Der Ortsbeirat und die übrigen Organisatoren haben das Anliegen, mit dem Jubiläum den dörflichen Gemeinschaftsgeist und dass Miteinander der einzelnen Dorfteile zu fördern. Sie rufen alle Adorfer auf, an einem Strang zu ziehen, damit sich ihr Dorf 2020 entsprechend darstellen kann. 

Auch Rhenegge wird auf der Kölner Schenkungsurkunde erstmals erwähnt. Die Einwohner wollen ihr Dorfjubiläum wegen des Freischießens in zwei Jahren aber erst 2021 feiern. (r)

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