Berufsinformationstag an der Mittelpunktschule

Adorfer Haupt- und Realschüler erhalten Einblicke in die Arbeitswelt

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Einblicke in duale Ausbildungsmöglichkeiten gab es beim Berufsinformationstag an der Adorfer Mittelpunktschule. Von links: Schulleiterin Eva Trilling, die Referenten Jens Becker, Bettina Klenk, Michael Hammecke, Heinz Göbel und Dr. Peter Sacher sowie Fachlehrerin Lydia Oswald.

Einblicke in unterschiedliche Arbeitswelten und Betriebe bot der Berufsinformationstag an der Adorfer Mittelpunktschule am Dienstag Vormittag. Vier Referenten stellten Ausbildungsberufe vor.

 „Man kann alles schaffen – wenn man nur will.“ Das rief die Lehrerin Lydia Oswald ihren Haupt- und Realschülern zu, die sich zum Berufsinformationstag in der Aula der Adorfer Mittelpunktschule versammelt hatten. 

Der Berufsinformationstag sollte ihnen einen Blick in unterschiedliche Arbeitswelten ermöglichen und andere Angebote vom „Tag der offenen Tür“ in Betrieben über Internet-Portale bis zum Jobday in Korbach ergänzen. Zwei Kassen der 8, eine der Jahrgangsstufe 9 und einige Eltern nahmen das Angebot an.

In Unterricht vorbereitet

Im Vorfeld hatte die Fachlehrerin für Berufsorientierung, Lydia Oswald, mit den Schülern im Unterricht besprochen, über welche Berufe und Betriebe sie gern Informationen hätten. Dann wandte sich die Schule an Dr. Peter Sacher – er leitet die Korbacher Servicestelle der Industrie- und Handelskammer. Gemeinsam suchten sie drei Betriebe aus, die vier Referenten schickten. Außerdem formulierten die Jugendlichen vorab Fragen an die Referenten. 

Der Tag solle den Schülern zeigen, welche Ausbildungsbetriebe und Berufe es in der Region gebe, sagte Schulleiterin Eva Trilling. Sie empfahl, den Blick auch auf andere Berufsfelder zu richten. „Es schadet nie, sich damit zu beschäftigen. Ich hoffe, ihr profitiert von dem Tag.“

Übergang von der Schule in den Beruf

Der Übergang von der Schule in den Beruf habe eine große Bedeutung, sagte Oswald. Die Entscheidung über die berufliche Zukunft falle trotz vieler Informationen oft schwer. Betriebe in der Region bildeten aus, die Zahl der offenen Lehrstellen sei groß.

In Zeiten des weltweiten Wandels könne eine Ausbildung Sicherheit bieten, Firmen übernähmen ihre Lehrlinge. Die Jugendlichen verdienten ihr eigenes Geld und bekämen eine erste Berufserfahrung. Und es gebe viele spannenden Weiterbildungsmöglichkeiten wie der Meister oder das Studium, auch die Arbeit im Ausland sei denkbar. 

Um die Jugendlichen bei ihrer Berufswahl zu unterstützen, setzte die Schule auf die Zusammenarbeit von Schule und Betrieb. 

Werbung für die für die duale Ausbildung

Auch Dr. Peter Sacher warb für die duale Ausbildung, sie könne „der Einstieg in ein zufriedenes Leben“ sein. Nicht jeder müsse studieren, viel mehr sollten die eigenen Interessen im Mittelpunkt stehen. 

Er rief auf, durch Praktika in Firmen einfach auszuprobieren, was einem liege und „was Spaß macht“. Dabei sollten die Schüler mit einer Fragestellung in Betriebe gehen. Und sie sollten darauf achten, dass die Firma auch ausbilde.

Klares Ziel verfolgen

Oft führen auch verschlungene Wege zum Ziel, wie die Personalleiterin der Korbacher Gesellschaft Energie Waldeck-Frankenberg, Bettina Klenk, berichtete. Sie ist in der DDR groß geworden und wollte Lehrerin werden. Doch ein Studium verbot ihr der Staat, weil die Familie in den Westen ausreisen wollte. So lernte sie zunächst Köchin und machte nach der Ausreise in die Bundesrepublik über den zweiten Bildungsweg Karriere. Bei der EWF gefalle ihr die Unternehmenskultur.

Wichtig sei, ein klares Ziel zu verfolgen und zu fragen: „Was macht euch Spaß“? Sie stellte die kaufmännischen Berufe und den Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik vor, die der Energieversorger ausbildet. Bewerbungen für den Ausbildungsbeginn 2021 müssten bereits im Juli in Korbach vorliegen. Ihr Appell: „Schaut in die Unternehmen rein, fragt die Auszubildenden, probiert euch aus.“ 

Arbeit in einer Kanzlei

In seinem Beruf sei „Kommunikation das A und O“, sagte der Bad Arolser Rechtsanwalt und Notar Heinz Göbel. Das gelte auch für die beiden „sehr vielschichtigen Ausbildungsberufe“ in einer Kanzlei: Rechtsanwaltsfachangestellte oder Rechtsanwalts- und Notarfachangestellte. 

Er zeigte einen Film der  Kasseler Rechtsanwaltskammer und erläuterte, welche Aufgaben die Fachangestellten in der Praxis erledigen. „Nach der Ausbildung braucht ihr euch keine Sorgen zu machen, keine Arbeit zu finden“, betonte Göbel, auch in anderen Branchen gebe es Chancen - "die Wirtschaft weiß, die Rechtsanwälte bilden sehr gut aus." Er erläuterte auch die Tätigkeiten eines Rechtsanwalts und eines Notars. 

Mit Fleiß sei die Ausbildung gut zu schaffen, sagte Göbel. „Aufmerksamkeit ist der Meißel des Gedächtnisses“, habe ein griechischer Philosoph mal gesagt. Außerdem verwies er auf den Wert der Allgemeinbildung – sonst gebe es in der Abschlussprüfung in „Wirtschaft und Soziales“ eine schlechte Note. Die Schüler fragten auch nach seinen spannendsten Fällen. 

Beim Maschinenbauer

Zerspanungsmechaniker, Feinwerkmechaniker, Metallbauer, technische Produktdesigner, Elektroniker und Kaufleute bildet der Sondermaschinenbauer Paul Köster in Medebach aus. Jens Becker stellte mit Michael Hammecke den mittelständischen Betrieb, die Berufe und die Ausbildung anschaulich vor. Er reichte auch Werkstücke und technische  Zeichnungen herum. 

Köster hat sich von der klassischen Schmiede und Schlosserei zu einem Maschinenbauer für die Auto- und Holzindustrie entwickelt. Auch in Bad Arolsen befindet sich ein Standort. Die Gruppe hat fast 400 Mitarbeiter.

Becker ist Produktionsleiter in der Fertigung. "Ich bin ein Quereinsteiger", berichtete er: Nach der Schule war er 13 Jahre bei der Bundeswehr. Auszubildende seien bei Köster in die Produkltuion mit eingebunden, erklärte er. "Es gibt keine Lehrwerkstatt."  Auch Mädchen sollten sich bewerben. „Wir wollen motivierte Mitarbeiter, die sich mit unserem Unternehmen identifizieren, und Spaß haben am Beruf“, sagte Becker – der vor 28 Jahren in Adorf eingeschult worden war. (-sg-)

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