Geschichte der Häuser für Bergleute und Vertriebene nachgezeichnet

Adorfer Siedlungsgemeinschaft stiftet Infotafel zum Dorfjubiläum

Zum Dorfjubiläum gestiftet: der Vorstand der Vereins „Adorf 1120“ mit Kindern an der neuen Infotafel der Siedlungsgemeinschaft „Rhenegger Feld“ - von links:  Matthias Weiler, Hans Hiemer, Horst Figge, Daniel Fieseler mit Kinder, Maik Fieseler mit Sohn, Bernd Becker, Christian Pohlmann.
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Zum Dorfjubiläum gestiftet: Der Vorstand der Vereins „Adorf 1120“ mit Kindern an der neuen Infotafel der Siedlungsgemeinschaft „Rhenegger Feld“.

Zur 900-Jahr-Feier Adorfs hat auch die Siedlungsgemeinschaft „Rhenegger Feld“ eine Aktion gestartet: Sie hat eine Infotafel gestiftet und vor der Siedlungskulturscheune aufgestellt.

Diemelsee-Adorf – Auf der Tafel wird die Geschichte der ehemaligen Bergbausiedlung erzählt. Das Foto auf der Tafel zeigt die gesamte Siedlung von oben, Thorsten Ohm hat es aufgenommen und zur Verfügung gestellt. Den Text haben Hans Hiemer und Horst Figge ausgearbeitet, sie hatten mit Achim Peltz auch die Idee dazu.

Das erste Haus der Siedlung wurde 1950 bezogen, somit kann sie bereits auf eine 70-jährige Tradition zurückblicken. Die Waldeckische Landeszeitung schrieb am 22. Februar 1955 von „Klein-Benkhausen“, weil dort zu jener Zeit bereits ebenso viele Menschen lebten, wie in dem Nachbardorf.

Zur Nachahmung empfohlen

Der Vorstand des Vereins „Adorf 1120“ besichtigte die neu aufgestellte Tafel an der Rhenegger Straße und freut sich über das Engagement der Siedlungsgemeinschaft. Die Mitglieder sind sich einig, dass es sicher noch viele weitere kleine Geschichten im Dorf gibt, die sichtbar gemacht werden könnten. Darum rufen sie ausdrücklich zur Nachahmung auf und würden auch Unterstützung bei der Umsetzung anbieten.

Häuser für Bergleute und Vertriebene

Aus der Geschichte der Siedlung: Wegen den großen Bedarfs an Eisenerz nach dem Zweiten Weltkrieg fanden immer mehr Menschen eine gut bezahlte Arbeit in der Grube Christiane.

Ein Foto aus den Anfängen: ein Blick auf die Adorfer Siedlung im Jahr 1953.

Dadurch wurde der Wohnraum in Adorf knapp. Die Düsseldorfer Firma Mannesmann als Betreiberin des Bergwerks förderte den Bau von Häusern für die Steiger und Bergmänner. Daraufhin fingen bald immer mehr „Grubenarbeiter“ an, sich ein Eigenheim zu bauen. Das erste Haus in dieser Siedlung erbaute de Kupferschmied Ernst Lux 1949. Es folgten weitere Häuser in der Sudeten- und Mannesmannstraße.

Da viele Menschen aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten flüchten mussten oder 1946/47 vertrieben wurden, fanden sie dort eine neue Heimat. Woher sie kamen, lässt sich bis heute an den Straßennamen ablesen: Sudetenstraße, Ostpreußenstraße und Schlesische Straße.

Katholische Kirche errichtet

Da viele Vertriebene katholisch waren, wurde für sie 1950 eine eigene Kirche errichtet, in der noch immer Gottesdienste stattfunden.

In fast jedem Haus wurde eine Flüchtlingsfamilie untergebracht. Dadurch konnten die Bauherren günstige Baudarlehen von der Hessische Landesbank bekommen. Ein Haus kostete damals etwa 23 000 D-Mark.

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