Interessengemeinschaft unterbreitet Angebot

Adorfer wollen kurzen Weg zum Reik auch mit Eigenleistungen sanieren

+
Bei der Ortsbesichtigung an der alten Verbindung zum Adorfer Reikweg: Mitglieder des Gemeindevorstandes, Gemeindevertreter, der Ortsbeirat und Vertreter der Interessengemeinschaft besprachen, wie eine Sanierung doch möglich wäre.

Diemelsee-Adorf – Im Streit um den Ausbau des Adorfer Reikwegs sind sich beide Seiten näher gekommen: Mitglieder des Gemeindevorstandes um Bürgermeister Volker Becker, Gemeindevertreter und der Ortsbeirat trafen sich mit Vertretern der Interessengemeinschaft Reik zu einer Ortsbesichtigung.

„Das erste Ergebnis war positiv“, urteilt der Sprecher der Interessengemeinschaft, Robert Erlemann. Sie mache sich zwar weiter für den Erhalt des kurzen Weges stark, spreche sich aber nicht mehr gegen den Ausbau des langen Weges aus, den das Parlament im Juni mit Mehrheit beschlossen hatte. 

Beliebter Weg für Kinder und Eltern

Der Fußweg zwischen Reikweg und Bredelarer Straße  in Adorf ist derzeit gesperrt.

Zwischen dem Unteren Reikweg und der Bredelarer Straße gibt es für Fußgänger einen Verbindungsweg. Viele Schüler nutzen ihn, um zur Mittelpunktschule zu gelangen, in Gegenrichtung bringen Eltern ihre Kinder zur Tagesstätte am Tulpenweg. 

Doch dieser Weg ist marode, Pflasterung und Holzgeländer sind in einem schlechten Zustand, auch die Holzbrücke über die Rhene müsste hergerichtet werden. Deshalb sind Teile des Weges offiziell gesperrt. 

Sanierung lange geplant

Schon seit Jahren gibt es Pläne, den Weg zu sanieren. Bereits 2016 stand Geld im Haushalt der Gemeinde bereit. Als das neue Seniorenheim am Gartenweg gebaut werden sollte, wurde neu geplant, um auch das Heim anzubinden – mittlerweile soll es an der Flechtdorfer Straße entstehen. 

Schließlich wurde der Weg ein Projekt der Diemelseer Dorfentwicklung. Am 14. Juni beschlossen die Diemelseer Gemeindevertreter wie berichtet mehrheitlich einen behindertengerechten Ausbau des Reikweges, damit er auch mit Rollatoren, Rollstühlen und Kinderwagen genutzt werden kann. Die 120 000 Euro teuren Arbeiten sollen über die Dorfentwicklung finanziert werden. 

Problem: Die alte Verbindung zur Bredelarer Straße würde entgegen dem Wunsch des Ortsbeirats nicht hergerichtet – eine reine Sanierung des Weges wäre nicht förderfähig gewesen. 

Konsequenz: Fußgänger hätten längere Wege zu Schule und Kindergarten. Deshalb bildete sich kurzfristig eine Interessengemeinschaft. Sie sammelte in einer Petition 880 Unterschriften für den Erhalt des kurzen Wegs. 

Notwendige Arbeiten diskutiert

Um gemeinsam einen Kompromiss zu finden, suchte sie den Dialog mit dem Gemeindevorstand. Ergebnis: der Ortstermin. Stück für Stück ging die Gruppe vor Ort jede Einzelheit durch. Es wurde gemeinsam überlegt, wie der Erhalt der kurzen Anbindung doch noch zu stemmen wäre.

Brücke überprüft

Bei der Prüfung der Brücke über die Rhene im September.

 Abgesprochen wurde, dass der Zimmermeister Lothar Backhaus von der Interessengemeinschaft die Brücke nach der Ortsbegehung begutachten solle. Die Prüfung der Brückenunterkonstruktion habe im September ergeben, dass lediglich eine Teilerneuerung von Nöten sei, berichtet Erlemann. 

So seien zum Beispiel die tragenden Leimbinder und die Widerlager aus Beton noch intakt, lediglich das Holzgeländer, der Holzboden und die einfachen Querverstrebungen unterhalb der Brücke müssten ersetzt werden. „Dies weist eine erhebliche Kosteneinsparung in der derzeitigen Projektplanung auf“, sagt Erlemann. 

Ansatz im Haushalt 2020

Als Kompromiss wurde vorgeschlagen, für die nicht förderfähige Sanierung des kurzen Weges einen Ansatz im Haushalt 2020 der Gemeinde zu bilden. Außerdem machte die Interessengemeinschaft Zugeständnisse bei den Eigenleistungen. 

Eigenleistungen zugesagt

Sie will einmal im Jahr den Schnitt der Büsche im direkten Wegeverlauf organisieren. Auch die Entfernung des alten Holzzaunes entlang der Rhene und der Rückbau des alten Holzgeländers sollen in Eigenleistung laufen. 

Und schließlich will die Interessengemeinschaft 55 Meter des alten Weges nach einer Antragsgenehmigung im Parlament pflastern. Eine Kurve soll ausgebessert werden. Weiteres Pflaster soll neu verlegt werden, nachdem die Gemeinde den Untergrund ausgebessert hat. 

Insgesamt wollen die Adorfer für die Sanierung des kurzen Weges um die 500 Arbeitsstunden erbringen.

Erlemann ist optimistisch

Fraktionsvertreter der FDP und der CDU hätten zugesichert, die Dorfgemeinschaft bei dem Kompromiss zu unterstützen und der Bereitstellung der Gelder im nächsten Haushalt zuzustimmen, berichtet Erlemann. 

„Die Vertreter von SPD und FWG sahen noch internen Klärungsbedarf in ihren Fraktionen und konnten vorläufig noch keine verbindliche Aussage abgeben, sind aber weiter gesprächsbereit.“ (red)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare