Trotz des Sperrvermerks der Gemeindevertreter:

Adorfer wollen zugesagte Eigenleistungen für die Sanierung des Reikwegs erbringen

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Offiziell in Teilen gesperrt: der bei Adorfern beliebte „kurze“ Reikweg. Die Dorfgemeinschaft will ihn auch mit Eigenleistungen sanieren – trotz des Sperrvermerks im Haushalt.

Sperrvermerk im Haushalt hin oder her – die Adorfer fühlen sich an ihr Wort gebunden: Sie wollen die zugesagten Eigenleistungen für die Sanierung und den Ausbau des Reikweges erbringen. Das bekräftigt Ortsvorsteher Bernd Becker.

Der nächste Arbeitseinsatz der Freiwilligen beginnt bereits morgen um 9 Uhr.

 Dass die Mehrheit der Diemelseer Gemeindevertreter am vorigen Freitag den Sperrvermerk verhängt hat, sorgte im Dorf für Diskussionen, das Thema wird noch immer emotional debattiert. Am Dienstag Abend kamen der Ortsbeirat und Vertreter der Interessengemeinschaft Reikweg zusammen, um über das weitere Vorgehen zu beraten.

"Kein Verständnis für den Sperrantrag" 

„Wir haben kein Verständnis für den Sperrantrag, zumal die Eigenleistungen ja bereits angelaufen sind und in der Gemeindevertretersitzung noch nicht einmal Bedingungen genannt wurden, die zu einer Aufhebung des Sperrvermerks führen sollen“, sagt der Sprecher der Gemeinschaft, Robert Erlemann nach einer langen Sitzung. 

Aber: „Wir suchen nicht die Konfrontation“, betont Bernd Becker. Fazit des Abends: Die Adorfer setzen die begonnenen Arbeiten fort – „um ein Zeichen zu setzen“. 

„Wir treten in Vorleistung“

„Wir treten in Vorleistung“, versichert er. „Uns ist wichtig, dass wir den Weg fertig bekommen.“ Er habe bereits mit Bürgermeister Volker Becker gesprochen. 

Schon im Winterhalbjahr habe die Interessengemeinschaft einige Vorarbeiten erledigt, berichtet der Ortsvorsteher. Außerdem sei die Brücke nachkontrolliert worden.

 Als nächstes müssen am Bachlauf der Rhene Bäume gefällt werden, um die Verkehrssicherheit zu gewährleisten. Dies muss aus Gründen des Naturschutzes bis Ende Februar abgeschlossen sein. Deshalb organisieren die Adorfer Arbeitseinsätze an diesem und am nächsten Samstag. 

Weitere Arbeiten in Planung

Weitere Arbeiten sind schon in Planung. Die Adorfer haben zugesagt, das alte Pflaster am Steilhang aufzunehmen, die Grabenführung für die Beleuchtung zu schaffen, die marode Holzanteile der Brücke abzubauen, den Zaun entlang der Rhene abzubauen oder Wegabschnitte zu pflastern, Landwirte hätten zudem angeboten Fahrdienste zu übernehmen, etwa um Schotter zu transportieren. 

Es handele sich um Arbeiten ohne Gewährleistung, sagt Becker - haftungsrelevante Arbeiten müssen Baufirmen erledigen. Aber der Einsatz solle dazu beitragen, "die Kosten im Rahmen zu halten."

Noch ist kein Material erforderlich – das anzuschaffen, verhindert der Sperrvermerk. Wie es weitergeht, ist offen. „Ich hoffe auf die Kunst des Bürgermeisters“, sagt Becker.

 Aus seiner Sicht ist es falsch, den barrierefreien Ausbau des Reikweges und die Sanierung des kurzen Abschnitts planerisch zu trennen. „Die Arbeiten an den Wegen bedingen sich.“ 

"Stolz auf Dorfgemeinschaft"

Beide Wege auch mit Eigenleistungen gleichzeitig zu bauen, „wird ein Kraftakt für die Dorfgemeinschaft“, viele Berufstätige könnten ja erst nach Feierabend und an Wochenenden. Aber: „Wir sind guter Dinge, dass es funktioniert“, erklärt Becker. „Ich bin stolz auf unsere Dorfgemeinschaft.“ (-sg-)

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