Umweltmobil tourt für Verband der deutschen Naturparke

Albrecht Trenz informiert an der Adorfer „Naturparkschule“ über Bienen

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Um die Biene ging es am Montag und Dienstag an der Adorfer Mittelpunktschule: Albrecht Trenz machte mit seinem Umweltmobil Stadtion, um den Jungen und Mädchen die Bedeutung der fleißigen Insekten nahe zu bringen. Dabei gab es auch Honig zu kosten – im Bild von links: Mohammed Rostom, Elay Rößner, Til Döbelt, Albrecht Trenz, Paula Marie Willeke, Milena Miller, Nila Erlemann und Julina Schmidt aus der Klasse 4a.

Diemelsee-Adorf. Am Montag und Dienstag lernten Grundschüler der Klassen zwei bis vier an der Mittelpunktschule viel über Bienen: Albrecht  Trenz informiert sie über die Bedeutung der nützlichen Insekten für Mensch und Natur.

Bei seiner Tour für den Verband der deutschen Naturparke machte er mit seinem Umweltmobil erneut Station in Adorf. Die Mittelpunktschule trägt seit 2015 das Prädikat „Naturparkschule“, liegt sie doch im Naturpark Diemelsee. Deshalb beteiligt sie sich am Angebot des Verbandes.

Wer will eine Oblate mit Honig? Da gehen in der Klasse 4a alle Arme hoch. Und so verteilt Albrecht Trenz den gesunden und leckeren Aufstrich, der schon seit Jahrtausenden Menschen verzückt. Aber woher kommt der Honig? Das wissen die Jungen und Mädchen der „Naturparkschule“ selbstverständlich: von den Bienen natürlich. 

Bienen bestäuben Pflanzen

Der Mensch sei von den Bienen abhängig, sagt Trenz. Warum? Das weiß ein Mädchen: Sie bestäuben die Pflanzen. Richtig, und zwar 80 Prozent der Nutzpflanzen und der wild wachsenden Pflanzen, erklärt Trenz. Ohne Bienen wüchsen weder Obst noch Blumen. 

Die Grundschüler lernen, dass die Bienen an Blüten Nektar sammeln. Dabei haften sich an ihrem Unterkörper die Pollen, die tragen sie beim Weiterflug zur nächsten Pflanze, so kommt es zur Bestäubung. 

Die Kinder lernen auch, dass Bienen Staaten bilden. Die seien aufgebaut wie eine gigantische Fabrik mit 80 000 Mitarbeitern, erläutert Trenz. Alle Arbeiten seien perfekt aufeinander abgestimmt, Bienen seien schlicht „genial“. Aus dem Nektar produzierten die Bienen in ihrem Magen den Honig, der ihnen als Nahrung für den Winter diene, erklärt Trenz. Auch der in Wachswaben herangezogene Nachwuchs bekomme Honig. Das verdeutlicht ein Film. 

Honig enthalte rund 400 Wirkstoffe. Er töte auch Bakterien und Keime ab und werde deshalb auch in der Medizin eingesetzt, berichtet Trenz. Er stellt verschiedene Sorten vor und verteilt Blütenhonig zum Kosten. Aus dem Wachs machen Menschen Kerzen. Doch die Bienen seien bedroht, ganze Völker sterben. Das hat gravierende Folgen für die Landwirtschaft.

 Trenz zeigt einen Film, wie Chinesen versuchen, Obstbäume von Hand zu bestäuben – nur 30 Bäume am Tag schafft ein Mensch. Ein einziges Bienenvolk bestäube hingegen rund 300 Millionen Blüten, sagt er. 

Um die Arbeit der etwa 750 000 Bienenvölker allein in Deutschland zu schaffen, seien rund 1,2 Milliarden Menschen erforderlich. Es sei völlig unrealistisch, Bienen ersetzen zu wollen: „Es gibt zu ihnen keine Alternative“, betont er. „Bienen sind unersetzlich.“ 

Vom Aussterben bedroht

Doch damit sie leben könnten, brauche es eine halbwegs intakte Natur, mahnt Trenz. Rund 560 Arten Wildbienen gebe es in Deutschland – etwa die Hälfte seien vom Aussterben bedroht. Das treffe auch die Hummeln, von denen es mehr als 30 Arten gebe. 

Die Schüler sollen deshalb darauf achten, dass die Natur intakt ist. Doch sie können auch selbst für Lebensraum sorgen: Trenz bastelt mit ihnen zum Abschluss „Insektenhotels“, in die Wildbienen im Frühjahr Eier ablegen können. Dafür bekommt jeder Schüler um die zehn Planzenhalme, sie sie glätten und dann zusammenbinden. Die Bündel können sie im Herbst zu Hause im Garten in einen Erdhügel stecken und den Bienenweibchen so Nisthilfen geben. 

Für die Klassen zwei und drei steht demnächst noch ein Besuch beim Imker an.

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