Neues Feriendorf am Diemelsee soll bis Ende 2021 komplett stehen

Alle 71 Häuser und 18 Ferienwohnungen in Heringhausen sind verkauft

Fleißige Handwerker: Im zweiten Abschnitt des neuen Feriendorfes am Rande Diemelsee-Heringhausens sind die Häuser in einem unterschiedlichen Baustadium. Dennoch: Alle 71 Häuser sind bereits verkauft.
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Fleißige Handwerker: Im zweiten Abschnitt des neuen Feriendorfes am Diemelsee sind die Häuser in einem unterschiedlichen Baustadium. Dennoch: Alle Häuser sind bereits verkauft.

Dass es so schnell geht, hätten sich die Planer des Immobilienentwicklers Robeo nicht erträumt: Alle 71 Häuser und 18 Ferienwohnungen im neuen Feriendorf am Diemelsee seien verkauft, berichtet die Vertriebs-Mitarbeiterin Marie Wagner der WLZ.

Diemelsee-Heringhausen – Dabei sind noch längst nicht alle Häuser gebaut. Nur bei vier Wohnungen stünden die notariellen Beurkundungen noch aus, sagte Wagner.

Bau in einem Zuge

Bauträgerin des Großprojekts ist die im September 2017 gegründete Gesellschaft „Feriendorf Diemelsee“. Geschäftsführer sind der Robeo-Chef Ulli Rohn und Raimonds Rudis.

Eigentlich wollte das Unternehmen aus dem niedersächsischen Neuenhaus zunächst einen ersten Bauabschnitt am oberen Hang fertigstellen, den zweiten Abschnitt je nach Verkauf später – so hatten es die Gesellschafter bei der Vorstellung der Pläne im Diemelseer Parlament erläutert. Doch angesichts der starken Nachfrage entstehen gleich alle Häuser.

Die Massivbauten mit Seeblick und einer gehobenen Ausstattung wie einem Kamin haben eine Wohnfläche von 90 bis 110 Quadratmetern – sie wurden ab 262 750 Euro verkauft. Die Wohnungen mit 59 bis 75 Quadratmetern Größe waren ab 175 000 Euro zu haben.

Diemelsee ist das ganze Jahr für Gäste attraktiv

Ein Grund für den schnellen Verkauf: Der Diemelsee sei – anders als Nord- und Ostsee – das ganze Jahr über attraktiv, sagt Wagner, er spreche viele Zielgruppen an. Und die Investoren sahen, wie aktiv die Gemeinde ist. Rund vier Millionen Euro flossen in die Neugestaltung der Uferpromenade und der Strandbäder, der Raderlebnispark wird umgesetzt, Wanderwege werden rezertifiziert und neu ausgewiesen.

Interessenten hätten zudem ein „Rundum-Sorglos-Paket erhalten“, erklärt die geprüfte Immobilienfachwirtin. Es reichte vom Prospekt über die Übernahme der organisatorischen Abläufe bis zu Hinweisen für Steuerberater und dem Angebot, Häuser komplett ausgestattet und möbliert zu übernehmen.

Weiterer Aspekt: Angesichts der niedrigen Zinssätze investieren Anleger in „Betongold“ – von dem Boom profitierte auch das Feriendorf.

Deutschland-Urlaub liegt im Trend

Die Corona-Krise habe das Geschäft noch verstärkt, berichtet Wagner: Nach dem „Lockdown“ im März sei es verhalten gelaufen, aber ab Mai sei die Nachfrage „steil nach oben“ gegangen. Grund: Der ohnehin vorhandene Trend zum Deutschland-Urlaub wurde größer. Das habe das Unternehmen nicht nur am Diemelsee bemerkt, sondern auch bei Objekten an der Nord- und Ostsee, sagt Wagner.

Angebote für Eigentümer

Bei der Vermietung an Feriengäste sei die Gesellschaft außen vor. Den Eigentümern seien Angebote des Robeo-Partners „Quartierfreund“ aus Barum unterbreitet worden, berichtet Wagner. Das Unternehmen will Häuser und Wohnungen bundesweit und in den Niederlanden vermarkten. Auf Wunsch übernehme es das Komplettpaket von der Objektpräsentation auf Online-Portalen über die Bearbeitung von Anfragen und Buchungen bis hin zur monatlichen Abrechnung.

Außerdem gibt es einen Vertrag zur Zusammenarbeit mit der Diemelseer Tourist-Information der Gemeinde. Sie wäre für die regionale Vermietung zuständig und soll Ansprechpartner vor Ort sein – was sie für Feriengäste ohnehin ist.

Handwerker haben noch viel zu tun

Der Vertrieb könne „einen Haken“ an das Projekt setzen, sagt Marie Wagner. Die Handwerker haben jedoch noch einiges an Arbeit vor sich, um alle Aufträge abzuarbeiten. „Die Firmen springen von Haus zu Haus“, beschreibt sie.

Fertiggestellt: Dieses Ferienhaus am Hang im ersten Bauabschnitt ist bereits ausgestattet.

Im oberen Teil hängen schon Gardinen in fertigen Häusern, Straßenlampen stehen am Zufahrtsweg. Im unteren Abschnitt laufen noch überall die Arbeiten. An einem Haus stehen Dachdecker im Gebälk, schräg gegenüber setzen Handwerker auf dem Gerüst Fenster ein, zwei Grundstücke weiter ist erst die Bodenplatte für ein Haus gegossen. Bei anderen Häusern wachsen die Grundmauern empor.

Rund 23 Millionen Euro werden investiert

Mitarbeiter von Robeo seien wöchentlich vor Ort und kontrollierten die Bauausführung, erklärt Wagner, auch festgestellte Mängel würden abgearbeitet. Die Enderschließung des Sonnenweges laufe. Das Investitionsvolumen habe sich von geschätzten bis zu 20 Millionen Euro 2017 auf mittlerweile insgesamt 23 Millionen Euro gesteigert, berichtet Wagner.

„Die ersten Immobilien sind buchbar“, sagt sie. Der obere Bauabschnitt sei weit fortgeschritten, dort gebe es für Urlauber fast keine Einschränkungen durch die Baustelle mehr. Bis Ende nächsten Jahres sollen alle Arbeiten abgeschlossen sein. (-sg-)

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