See ist derzeit zu knapp 96 Prozent gefüllt

Amt lässt Wasser aus dem fast vollen Diemelsee über eine Notschleuse ab

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Wassermassen donnern ins Tal: Das Amt in Hann. Münden hat eine Notschleuse der Diemeltalsperre geöffnet, um den Wasserstand im fast vollen Stausee zu regulieren.

Diemelsee – Seit Montag bietet sich an der Diemeltalsperre ein besonderes Schauspiel: Durch eine der Notschleusen in der Mauer donnern Wassermassen ins Tal – der Stausee ist nach den ergiebigen Regenfällen der vorigen Wochen wieder gut gefüllt.

Bis zum Überlauf fehlten nur noch 1,11 Meter, berichtet der Helminghäuser Ortsvorsteher Bernd Hunold, der von seinem Heimatdorf aus direkt auf die Staumauer blickt.

 Im November machte der Diemelsee noch andere Schlagzeilen: Nach den Dürremonaten im Sommer und Herbst war durch den extrem nierigen Wasserstand eine stattliche Kolonie von Teichmuscheln am Ufer trocken gefallen, nach Angaben des Waldeck-Frankenberger Naturschutzbundes starben dadurch Hunderttausende der geschützten Tiere. 

Damals waren nur noch 5,4 Millionen Kubikmeter Wasser im See. Bis Anfang Dezember sank das Volumen im See auf 4,45 Millionen Kubik. Am 3. Dezember habe der Füllstand bei nur noch 22 Prozent gelegen, informiert Hunold. 

Wasserpegel um zehn Meter gestiegen

Doch dann setzten Regenfälle ein. Nach den Daten des Wasserstraßen- und Schiff-Fahrtsamtes in Hann. Münden ist der Pegel seit Mitte Dezember um mehr als zehn Meter gestiegen. 

Gestern waren nach Angaben der Behörde schon wieder 19,3 Millionen Kubikmeter Wasser im See, das entspricht einem Füllstand von 95,6 Prozent. Der Zulauf lag bei 12,1 Kubikmeter pro Sekunde, die Abgabe betrug 10,1 Kubikmeter pro Sekunde. Von heute bis Samstag sollen vier Kubik die Sekunde abgelassen werden. 

„Der Inhalt der Talsperren steigt derzeit noch etwas an“, berichtet das Amt. Allerdings sei in den nächsten Tagen mit einer Wetterberuhigung zu rechnen, dann steigt auch der Wasserpegel geringer an. 

Zu knapp 96 Prozent gefüllt: Der Diemelsee reicht wieder fast bis zur Mauerkrone.

Die wachsende Füllmenge kommt dem Amt gerade recht: Zum 1. Mai sollte möglichst der Vollstau erreicht sein, um für die Niedrigwasser-Bewirtschaftung im Sommer genügend Wasservorräte zur Verfügung zu haben. 

Ist der See schon vorher gut gefüllt, wird Wasser abgelassen - auch Ende Januar vorigen Jahres strömten Wassermassen durch die Notschleuse. Ein Überlaufen des Diemelsees ist deshalb seltener – dann strömt das Wasser aus Durchlässen unterhalb der Mauerkrone und fällt die Mauer hinab in ein Becken. 

Die Diemeltalsperre ist etwa so hoch wie die der Edertalsperre, der Stausee fasst aber nur bis zu 19,93 Millionen Kubikmeter Wasser – das sind etwa zehn Prozent der Edertalsperre. Die Fläche des Sees beträgt bei Vollstau 1,65 Quadratkilometer. 

Der Edersee war gestern zu 68,9 Prozent gefüllt, er hatte damit 140,7 Millionen Kubik Wasser. (-sg-)

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