Initiatoren freuen sich über viele Besucher beim Grenzlandfest in Vasbeck

Ballons fragen nicht nach Grenzen

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Die Kinder aus zwölf Dörfern diesseits und jenseits der Grenzen ließen beim großen Grenzlandfest in Vasbeck bunte Luftballons in den grauen Himmel steigen.Fotos: Theresa Demski

Diemelsee-Vasbeck - Mit einem Festgottesdienst und einem Spielnachmittag für die Kinder klang am Sonntag das Grenzlandfest in Vasbeck aus. Ein bisschen müde, aber zufrieden trafen sich die Vasbecker Montagabend dann zum Eierbacken.

Es war der Tag, an dem Deutschland an seinen Grenzen wieder Kontrollen einführte, als Waldecker und Westfalen feierlich bewiesen: „Wir überwinden Grenzen.“ Ob Kind oder Erwachsener, ob Katholik oder Protestant: Beim gemeinsamen Feiern verschwanden die Grenzen im Kopf.

Luftballongruß aus Waldeck

Mit einem ökumenischen Gottesdienst hatte der Festsonntag im Zelt begonnen. Propst Meinolf Kemper gestaltete die Feier ebenso mit wie Dekanin Eva Brinke-Kriebel, Pfarrer Marcus Meier ebenso wie Gemeindereferentin Barbara Schirm - schließlich stellt die Landesgrenze nach wie vor auch eine konfessionelle Grenze dar. „Manchmal muss die Kirche Grenzen verändern“, erinnerte die Dekanin und spielte auf den neuen Zuschnitt der Kirchspiele an, der auch Massenhausen, Vasbeck und Gembeck betrifft. „Aber mit unserem Glauben können wir Grenzen überwinden“, ermutigte sie.

Und auch Propst Meinolf Kemper freute sich über Grenzenüberwindungen: „Auch wenn uns noch vieles trennt, können wir jetzt an das Verbindende anknüpfen“, befand er und lud die Waldecker herzlich zum Besuch in Marsberg ein.

Die Einladung zur Grenzüberquerung hatten das ganze Wochenende über auch viele „Preußen“ angenommen - und sich über den Auftritt des Grenzlandchores ebenso gefreut wie über die Melodien des Vasbecker Posaunenchores, der Jagdhornbläser aus Kohlgrund und der Tanzgruppen aus Leitmar.

Am Sonntagmittag stand dann ein gemeinsames Mittagessen auf dem Programm: „Auf besonderen Wunsch der Massenhäuser servieren wir heute Grünkohl“, kündigte Moderator und Initiator Rainer Wetekam an - gefolgt von fröhlichem Jubel der Gäste aus Massenhausen.

Die Kinder standen dann am Nachmittag im Mittelpunkt des Festes. Und auch dafür waren bisher unangetastete Grenzen überwunden worden: Die Kindergärten aus Vasbeck, Massenhausen und Giershagen hatten das Spielefest gemeinsam vorbereitet und viele bunte Stationen für Bewegung und Kreativität erfunden. Bei jedem Spiel sammelten die Kinder einen Punkt und zur Belohnung suchten sie sich ein Geschenk aus einer Truhe aus.

„Es gibt viele Ansätze, um die Zukunft zu gestalten“

Während Eltern und Großeltern es sich am riesigen Kuchenbuffet in der Walmehalle gemütlich machten, steuerten die Kinder dem Glanzpunkt des Nachmittags entgegen: Gemeinsam ließen sie bunte Luftballons in den Himmel steigen. „Die fliegen alle nach Preußen“, befand Rainer Wetekam lachend, als die bunten Ballons flugs die Grenze überflogen, „da werden sich die Leute jetzt aber über den Gruß aus Waldeck freuen.“

Gestern Nachmittag klang Wetekams Stimme dann noch ein bisschen heiserer als schon am Sonntag: „Aber wir sind rundum zufrieden“, bilanzierte der Initiator des Festes. „Menschen aus vielen verschiedenen Dörfern haben hier miteinander gefeiert“, freute er sich, „und es herrschte eine tolle Atmosphäre.“ Diese Energie wollen die Menschen diesseits und jenseits der Grenze auch künftig nutzen. „Wir wollen uns zusammensetzen und sehen, wie wir gemeinsam die Zukunft gestalten können“, sagte Wetekam, „es gibt viele Ansätze. Dieses Fest sollte ein Anstoß sein.“

Von Theresa Demski

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