Auch Videogruppe der Beruflichen Schulen in Korbach nimmt teil

Benkhäuser „Höpperjugend“ ist für den Deutschen Engagementpreis nominiert

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Hessischer Partizipationspreis für die Benkhäuser „Höpperjugend“: Die Diemelseer nahmen 2017 den ersten Preis entgegen. Vorn, von links: Laudator Manuel Greim, Fabian Fischer und Sozialminister Stefan Grüttner. Nun sind die jungen Diemelseer auch für den für den Deutschen Engagementpreis nominiert.

Diemelsee-Benkhausen. Auch die „Höpperjugend“ ist für den Deutschen Engagementpreis nominiert. Neben einem Videoteam der Beruflichen Schulen in Korbach und Bad Arolsen haben die jungen Benkhäuser am 5. Dezember die Chance, die hohe Auszeichnung in Berlin entgegen zu nehmen.

Über die Preisträger entscheidet Anfang September eine Fachjury. Mitglieder sind Vertreter des „Bündnisses für Gemeinnützigkeit“, Fachleute und Wissenschaftler sowie Vertreter der drei Förderer: das Bundesfamilienministerium, die Fernsehlotterie und die Bahn-Stiftung.

Gewertet wird in fünf Kategorien, die mit jeweils 5000 Euro dotiert sind: 

  • „Chancen schaffen“, 
  • „Leben bewahren“, 
  • „Generationen verbinden“, 
  • „Grenzen überwinden“
  • ,„Demokratie stärken“.

Für den Publikumspreis voten

Außerdem stellen sich alle Nominierten einer Internet-Abstimmung für den mit 10 000 Euro dotierten Publikumspreis. Die Online-Abstimmung findet vom 12. September bis zum 22. Oktober über die Internetseite https://www.deutscher-engagementpreis.de statt. 

Die 50 Erstplatzierten der Abstimmung gewinnen zudem die Teilnahme an einem kostenfreien Weiterbildungsseminar in Berlin.

Nur für Preisträger

Der Engagementpreis würdigt den freiwilligen Einsatz von Menschen und diejenigen, die dies durch ihre Preisverleihungen unterstützen. Rund 700 solcher Wettbewerbe gibt es in Deutschland. Für den Engagementpreis 2018 haben 223 Ausrichter von Preisen bundesweit 554 herausragend engagierte Menschen und ihre Organisationen vorgeschlagen, darunter 22 aus Hessen und zwei aus Waldeck-Frankenberg. 

Teilnehmen darf nur, wer zwischen Juli 2017 und einschließlich Mai 2018 bereits einen Preis für bürgerschaftliches Engagement gewonnen hat. Interessenten können sich nicht bewerben, sondern werden nominiert von Organisationen, die solche Auszeichnungen vergeben. In der Regel benennen sie ihre eigenen Preisträger.

Die „Höpperjugend“ hat wie berichtet im November 2017 den hessischen Partizipationspreis „Jugend gestaltet Zukunft“ erhalten. 

Die „Höpperjugend“

In der „Höpperjugend“ sind fast alle Kinder und Jugendlichen des 170-Einwohner zählenden Dorfes aktiv. Ihr Ziel ist es, Kindern und Jugendlichen Angebote zu machen, so dass sie ihre Freizeit in ihrem Heimatdorf verbringen können.

 Sie haben einen eigenen Jugendraum, der an mindestens vier Tagen die Woche geöffnet ist. Er ist derzeit der einzige Treffpunkt für Kinder und Jugendliche im Dorf. Die Jugend verwaltet ihn selbst und trägt die Hälfte der laufenden Kosten. 

Seit einigen Jahren engagiert sich die „Höpperjugend“ zudem mit dem Heimat- und Verkehrsverein und dem Diemelseer Naturschutzbund im Umwelt- und Naturschutz: Sie übernimmt Patenschaften für Vogel-Nistkästen, unterstützt den „Tag der sauberen Landschaft“ und schneidet im Steinbruch die Laichplätze der seltenen Geburtshelferkröte frei. Sie beteiligt sich an Aktionen und Festen im Dorf. 

Seit zwei Jahren engagierten sich die jungen Benkhäuser in der Steuerungsgruppe für die Diemelseer Dorfentwicklung, so setzten sie sich für die Einrichtung eines Multifunktionsplatzes in ihrem Dorf ein und unterstützen die anstehende Umsetzung. Der Platz mit verschiedenen Spielmöglichkeiten soll nach dem Konzept der Dorfentwicklung allen Jugendlichen in der Gemeinde offen stehen. 

Das Videoteam der Beruflichen Schulen

Das Videoteam der Beruflichen Schulen in Korbach und Bad Arolsen: Vorne sitzen von links Luisa Müller, Lisa Bechtold, Anasche Aboolian und Lehrerin Jennifer Richter. Hinten von links: Schulleiter Uwe Schönrock, Lehrer Matthias van der Minde und Daniel Hankel vom Netzwerk Toleranz.

Bereits im Juni war eine Gruppe der Beruflichen Schulen in Korbach nominiert worden, die WLZ berichtete. Ein Team aus einigen Schülern, Ehemaligen und Lehrern hatte nach der amerikanischen Präsidentenwahl 2016 das Video „Demokratie – Und du?“ gedreht und auf der beliebten Internet-Plattform Youtube veröffentlich. 

Schon vor der US-Wahl hatte der Politik-Lehrer Matthias van der Minde die Idee zum Video. Die Bestürzung über die Wahl Donald Trumps ließ die Mitwirkenden zur Tat schreiten: Sie wollten einen klar verständlichen und lautstarken Appell für Demokratie und Freiheit veröffentlichen, um vielleicht andere wachrütteln und sie zu bewegen, das Gleiche zu tun. 

Der Film entstand nicht im Unterricht, sondern in der Freizeit aus dem Wunsch heraus, ein Zeichen für die Demokratie zu setzen. Das Team gewann den Wettbewerb „Demokratisch Handeln“.

Bekannt gegeben werden die Gewinner bei der festlichen Preisverleihung am 5. Dezember in Berlin.

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