Brandschutz-Organisation CTIF geht im neuen Buch über die Motorisierung der Wehren auch auf Adorf ein

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Bei der Buchübergabe – von links: Wehrführer Michael Steinhardt, Dietmar Hoffmann vom CTIF, Willi Emde und der Vizevorsitzende Christian Pohlmann.

Diemelsee-Adorf. Das Internationale technische Komitee für vorbeugenden Brandschutz und Feuerlöschwesen hat ein neues Buch über „die Motorisierung der Feuerwehren“ herausgebracht. Das Werk greift auch die Entwicklung in Adorf auf.

Das Komitee trägt seit seiner Gründung 1900 in Paris den französischen Namen“ Comité Technique International de prévention et d’extinction du Feu“, abgekürzt CTIF. Ihre Geschichtekommission gibt seit 1993 Tagungsbände zu Schwerpunktthemen heraus, die in Buchform erscheinen. Die Mitarbeiter kommen aus ganz Europa. Voriges Jahr stand die Motorisierung im Mittelpunkt. 

Wie kam Adorf ins Buch? Das liegt an Dietmar Hoffmann aus Tuttlingen: Er arbeitet für das CTIF und hat schon mehrere Berichte veröffentlicht – auch über die Feuerwehren in Bad Wildungen, Bad Arolsen und Korbach. Er ist gebürtig aus Anraff und hat somit einen Bezug zu Waldeck. Willi Emde aus Adorf hatte sich an ihn gewandt und einen intensiven Kontakt zu ihm aufgebaut.

 Emde und Hoffmann haben in den Adorfer Akten recherchiert und vieles aufgearbeitet. So haben sie die noch vorhandenen Schriftstücke und Protokollbücher gesichtet, kopiert und neu zusammengestellt – die Unterlagen reichen bis ins Jahr 1883 zurück. 

Dabei fanden sie unter anderem heraus, dass viele Beschlüsse der damals jungen Feuerwehren wie Sachsenhausen, Höringhausen, Korbach oder Arolsen auf Verbandsebene zuvor von Adorfern ausgearbeitet und beschlossen worden waren. 

Eigener Bericht über Adorf

Während dieser Arbeiten keimte die Idee auf, der Motorisierung der Adorfer Feuerwehr einen eigenen Bericht zu widmen. Bereits 1884 wurde die erste, in Bad Wildungen gebaute Saug- und Druckspritze an die Adorfer Feuerwehr übergeben. Sie wurde noch per Hand betrieben, mehrere Männer mussten pumpen. 

Die erste motorisierte Pumpe kam erst 1933, als die Adorfer eine Kleinmotorspritze in Dienst gestellt haben. Weitere 27 Jahre dauerte es, bis ein erstes Feuerlöschfahrzeug beschafft wurde.

 Seitdem hat ein erheblicher Fortschritt Einzug gehalten, auch die Aufgaben der Wehr wurden größer, sie musste sich spezialisieren, um etwa für Gefahrgut-Einsätze gerüstet zu sein. Der Fuhrpark wurde ausgebaut und erweitert. Aktuell sind in Adorf sieben Einsatzfahrzeuge und das Mehrzweckboot „Fred“ stationiert. 

Insgesamt ist aus der Zusammenarbeit ein elfseitiger Bericht entstanden. Dietmar Hoffmann übergab das fertige Buch am Feuerwehrhaus im Beisein einiger Adorfer Kameraden an Willi Emde. 

Und das nächste Projekt ist schon in Arbeit. Die neue Ausgabe beschäftigt sich mit der deutschen Jugendfeuerwehr, Waldeck-Frankenberg findet ebenfalls Berücksichtigung. Denn bei den verschiedenen Wettbewerben ist die im Kreis vergebene Spange in Gold, Silber und Bronze in dieser Form in Deutschland einmalig. Eine Ausgabe des Buches will Willi Emde im Laufe dieses Jahres an die Kreisjugendfeuerwehr übergeben. 

Das CTIF

Das 1900 in Paris gegründete Comité Technique International de prévention et d’extinction du Feu,kurz CTIF, ist eine Organisation zur Förderung der weltweiten Zusammenarbeit zwischen Feuerwehrmitgliedern und weiteren Fachleuten im Feuerwehr- und Rettungswesen. Die Vereinigung mit Sitz in Stockholm hat 46 Mitglieder aus 39 Ländern. 

Die Organisation fördert die Zusammenarbeit zwischen den Feuerwehren und den Rettungsdiensten auf der gesamten Welt, sowohl technisch als auch kameradschaftlich. Das CTIF steht ein für die Interessen von etwa 300 000 beruflichen und etwa sechs Millionen freiwilligen Feuerwehrleuten. Es trägt auch zur Entwicklung der Jugendfeuerwehren bei, in Europa sind derzeit rund 900 000 aktiv. 

Jährlich finden Symposien zu Fachthemen sowie eine Delegiertenversammlung statt. Außerdem gibt es neun international besetzte Kommissionen: 

• Feuerwehr und Rettungsdienste auf Flughäfen 

• Ärztlicher Dienst bei der Feuerwehr 

• Waldbrände 

• Gefährliche Güter 

• Feuerwehr- und CTIF-Geschichte, Museen und Dokumentation 

• Jugendleiter 

• Europa-Kommission 

• Internationale Feuerwehrwettbewerbe im CTIF 

• Vorbeugender Brandschutz 

Hinzu kommen drei Arbeitsgruppen: 

• Ausbildung und Training

 • Donauländer 

• Freiwillige Feuerwehren

Die Vereinigung bringt zudem jährlich die Weltfeuerwehrstatistik heraus. (r)

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